Waadtländer SP-Staatsrätin Nuria Gorrite tritt 2027 nicht mehr an
Die Waadtländer Staatsrätin Nuria Gorrite (SP) verlässt die Kantonsregierung im kommenden Jahr nach 15 Jahren im Amt. In einem Interview mit dem «Journal de Morges» kündigte die Politikerin an, bei den Wahlen 2027 nicht für eine weitere Amtszeit zu kandidieren.

Aus Respekt vor den parteiinternen Regeln werde sie keine Ausnahmebewilligung für eine vierte Amtszeit beantragen. «Ich habe entschieden, nicht erneut anzutreten, und teile dies heute in aller Gelassenheit mit. Ich mache dies bewusst frühzeitig, um Klarheit zu schaffen», sagte sie der Lokalzeitung.
Gorrite war 2012 in die Waadtländer Regierung gewählt worden und ist heute deren dienstältestes Mitglied. Von 2017 bis 2022 stand sie dem Staatsrat vor, bevor sie das Präsidium abgeben musste, als die Bürgerlichen die Mehrheit in der Kantonsregierung wiedererlangten.
Die in Préverenges wohnhafte Politikerin, die am kommenden Montag 56 Jahre alt wird, betont, weiterhin über grosse Energie für wichtige Projekte zu verfügen. Zugleich ist sie der Ansicht, dass die Vorhaben, die sie in den vergangenen 14 Jahren vorangetrieben hat, zuletzt entscheidende Etappen erreicht hätten. Deshalb sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen, die Verantwortung weiterzugeben.
Die Vorsteherin des Departements für Kultur, Infrastruktur und Human Resources lässt ihre politische Zukunft offen. «Ich habe in all den Jahren in einer Exekutive wertvolle Erfahrungen gesammelt und beabsichtige, diese weiter einzubringen», erklärte sie. Auf die Frage, ob ein Wechsel auf die nationale politische Bühne ab 2027 denkbar sei, wollte sie jedoch nicht eingehen: «Dazu äussere ich mich nicht.»
Bislang haben vier der sieben Mitglieder der Waadtländer Regierung ihre neuerliche Kandidatur angekündigt. Der Grüne Vassilis Venizelos machte Anfang Juni den Anfang. Am Donnerstag erklärten zudem die drei FDP-Regierungsmitglieder Christelle Luisier, Frédéric Borloz und Isabelle Moret ihre Absicht, erneut anzutreten und damit jeweils eine zweite volle Amtszeit anzustreben.
Besonders gespannt wird nun auf den Entscheid der Mitte-Politikerin Valérie Dittli gewartet. Die jüngste Regierungsrätin steht nach mehreren kritischen Berichten und zwei laufenden Strafuntersuchungen unter Druck. Gemäss Vorgabe ihrer Partei muss sie bis spätestens 11. August über ihre politische Zukunft entscheiden.














