Ärzte ohne Grenzen

    Bundesgelder an Ärzte ohne Grenzen wegen Missbräuchen ausgesetzt

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) hat einen Teil der Zahlungen an die Ärzte ohne Grenzen ausgesetzt.

    df
    Ärzte ohne Grenzen haben ihren Sitz in Genf. - keystone

    Grund für die Aussetzung sind Vorwürfe, dass die Hilfsorganisation die Bundesstelle ungenügend über sexuelle Missbrauchsfälle bei Einsätzen im Tschad informiert hat.

    Konkret geh es um eine Tranche in der Höhe von 1,25 Millionen Franken vom Unterstützungsbeitrag von 6,25 Millionen, der den Ärzten ohne Grenzen beziehungsweise Médecins sans frontières (MSF) für das laufende Jahr zugesagt worden war. Eine Sprecherin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheit (EDA) bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA diese Angabe aus der «NZZ am Sonntag».

    MSF bestreitet die Missbrauchsfälle nicht. Das Hilfswerk hatte in Folge der aufgedeckten Fälle 18 Mitarbeitende entlassen und dauerhaft ausgeschlossen, wie bereits im Sommer bekannt wurde. Man sei stets mit der Deza in Kontakt gewesen, teilte ein Sprecher des Hilfswerks nun auf Anfrage mit. Er gibt aber zu, dass das volle Ausmass der bestätigten Fälle und der damit verbundenen Entlassungen «nicht proaktiv und früh genug» offengelegt worden sei.

    MSF stehe aber «uneingeschränkt» zur Transparenz und zur Rechenschaftspflicht gegenüber der Deza. Dieses will die ausstehenden Gelder so lange zurückhalten, bis die Prüfung der nun erhaltenen Informationen abgeschlossen sei, so die EDA-Sprecherin.

    Die Missbräuche durch MSF-Mitarbeitende sowie beteilige Lieferanten, extern Beauftragte und temporär Beschäftigte gehen auf das Jahr 2023 zurück. Opfer waren Frauen und Minderjährige, die vom Bürgerkrieg im Sudan in das Nachbarland Tschad geflüchtet waren. Das Hilfswerk sah sich 2024 mit insgesamt 59 Vorwürfen von Missbrauchshandlungen konfrontiert.

    MSF gestand damals Versäumnisse in ihren Anstellungsprozessen ein. Inzwischen seien die Verfahren während der Rekrutierung, Einarbeitung und Weiterbildung verbessert worden, so der MSF-Sprecher auf Anfrage. Zudem seien Massnahmen beschlossen worden, welche die Opfer dazu ermutigen sollen, solche Vorkommnisse zu melden.

    Die «NZZ am Sonntag» berichtete auf Grundlage von internen Mails aus der Bundesstelle, dass die Deza das Ausmass der Missbrauchsfälle lange nicht adäquat zur Kenntnis genommen habe und nun erst spät handle. Diese Angaben bestätigte das EDA nicht.

    Kommentare

    User #2313 (nicht angemeldet)

    Eine Organisation die vom Staat Geld bezieht, ist eine Regierungsorganisation.

    User #2765 (nicht angemeldet)

    Die waren mir schon immer suspekt. Stoppt endlich die Verschwendung unserer Steuergelder!

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