Ärzte ohne Grenzen

    Ärzte ohne Grenzen fordert günstigeren HIV-Schutz

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Ärzte ohne Grenzen fordert einen drastisch niedrigeren Preis für das Medikament Lenacapavir zur Vorbeugung einer HIV-Infektion. «Niemand sollte von der HIV-Prävention ausgeschlossen werden, nur weil ein Medikament künstlich teuer gehalten wird», sagte Melissa Scharwey, Expertin für globale Gesundheit bei Ärzte ohne Grenzen, zum Auftakt der Welt-Aids-Konferenz in Rio de Janeiro. Die Organisation verlangt einen Preis von etwa 40 US-Dollar pro Person und Jahr sowie eine breite Produktion günstigerer Nachahmermedikamente (Generika).

    ARCHIV - Ein Mann hält eine rote Schleife als Symbol der Solidarität mit HIV-Positiven und Aids-Kranken. Foto: Arne Dedert/dpa
    ARCHIV - Ein Mann hält eine rote Schleife als Symbol der Solidarität mit HIV-Positiven und Aids-Kranken. Foto: Arne Dedert/dpa - Keystone/dpa/Arne Dedert

    Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen veranschlagt der US-Pharmakonzern Gilead derzeit 28.000 Dollar für eine Jahresdosis Lenacapavir mit zwei Spritzen. Der Preis gilt allerdings für die Behandlung bereits HIV-infizierter Menschen in den USA und nicht für die vorbeugende Anwendung. Für Gesundheitssysteme in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sei ein solcher Preis unbezahlbar, kritisiert die Organisation.

    Lenacapavir wird zur HIV-Prävention zweimal jährlich gespritzt und kann damit eine Alternative zu täglich einzunehmenden Tabletten zur HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) sein. Eine tägliche Einnahme sei für viele Menschen schwierig, da sie in Konfliktgebieten, Geflüchtetencamps und abgelegenen ländlichen Regionen lebten.

    Weltweit infizieren sich jedes Jahr nach Angaben des Aktionsbündnisses gegen Aids rund 1,2 Millionen Menschen neu mit HIV, etwa 570.000 Menschen sterben an den Folgen von Aids. Erstmals ereignet sich demnach inzwischen mehr als die Hälfte der Neuinfektionen ausserhalb Subsahara-Afrikas. Zugleich steht die globale HIV-Bekämpfung wegen eines starken Rückgangs der internationalen Gesundheitsfinanzierung unter Druck.

    Die Welt-Aids-Konferenz findet vom 26. bis 31. Juli in Rio de Janeiro statt. Wissenschaftler, Politiker, Unternehmen, Aktivisten und Vertreter von Betroffenen beraten dort über die Zukunft der globalen HIV-Bekämpfung. Der Zugang zu Lenacapavir gehört zu den zentralen Themen des Treffens.

    Kommentare

    User #3926 (nicht angemeldet)

    Extremistisch ist hier nur die Blockwarterei!

    User #3926 (nicht angemeldet)

    MEINUNGSFREIHEIT, DEN BEGRIFF SCHON MAL GELESEN ODER GEHÖRT. Die CH ist eine freiheitliche Demokratie mit verbrieften Rechten und dazu gehört die MEINUNGSFREIHEIT!

    Weiterlesen

    sdf
    140 Interaktionen
    Militär-KI
    Das Gebäude der ehemaligen ZKB-Filiale in Zürich-Seebach weicht einem Neubau. - Pia Meier
    146 Interaktionen
    Bargeld-Ärger

    MEHR ÄRZTE OHNE GRENZEN

    Ärzte ohne Grenzen (MSF)
    2 Interaktionen
    Ärzte ohne Grenzen
    6 Interaktionen
    Rio de Janeiro
    Ärzte ohne Grenzen
    4 Interaktionen
    Paris
    3 Interaktionen
    Nairobi

    MEHR AUS STADT BERN

    sc bern
    Auch Tigers siegen
    3 Interaktionen
    Wohl kein Datendiebstahl
    YB Gerry Seoane GC
    12 Interaktionen
    Duell im Letzi
    Gaza-Demo
    136 Interaktionen
    Unbewilligt