Blut im Treppenhaus, Drogen im Keller: Frau flieht aus eigener Wohnung
Blutspuren im Treppenhaus, fremde Menschen vor der Tür, immer wieder Diebstähle: Für eine Mieterin in Biel wird das eigene Zuhause zum Albtraum.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach mehreren Vorfällen mit ihren Nachbarn flieht Caroline Schüpbach aus ihrer Wohnung.
- Zuvor hat sie Blut im Treppenhaus und Drogenutensilien in der Waschküche entdeckt.
- Mittlerweile wurde die betroffene Mietpartei ausgewiesen.
Es ist der Albtraum eines jeden Mieters. Seit Wochen schläft die 54-jährige Caroline Schüpbach nicht mehr zu Hause in Biel. Sie kommt nur kurz vorbei, um ihre Katzen zu füttern, wie der «Beobachter» schreibt.
Die Gründe für ihr Fernbleiben: Blutspuren im Treppenhaus, fremde Menschen vor der Tür und Dinge, die plötzlich verschwinden.
Seit Ende 2023, als neue Mieter in die Wohnung gegenüber einziehen, hat sich die Situation Schritt für Schritt zugespitzt. Schüpbach fühlt sich in ihren eigenen vier Wänden seither nicht mehr sicher.
«Das ist ein Tatort»
Denn das Idealbild einer friedlichen und wertgeschätzten Nachbarschaft ist jäh erloschen. Immer wieder habe sie Szenen erlebt, die sich nur schwer ausblenden lassen, sagt sie gegenüber «Beobachter».
Zum Beispiel Blutspuren im Treppenhaus, direkt an den Wänden. «Als ich das Blut sah, dachte ich nur: Das ist kein Wohnhaus mehr, das ist ein Tatort», betont sie.
Auch die Waschküche, eigentlich ein banaler Ort des Alltags, ist für sie zum Symbol dieser Entwicklung geworden. Zwischen Wäschekörben und Maschinen liegen plötzlich Gegenstände, die dort nichts verloren haben.
Löffel, Alufolie, «weisses Pulver»: typische Drogenutensilien. Dazu leere, teils zerbrochene Alkoholflaschen.
Nachts wird sie aus dem Schlaf gerissen, es klingelt an ihrer Türe. Menschen stehen vor ihrer Tür – offenbar auf der Suche nach Drogen, wie sie vermutet, aber an der falschen Adresse.
Immer wieder fehlen Kleidungsstücke
Mit der Zeit blieb es jedoch nicht nur bei diesem Anblick. Immer wieder fehlen Schüpbach Kleidungsstücke. Mal ist es ein T-Shirt, dann wieder etwas anderes.
Sie habe nicht jedes Mal Anzeige erstattet. «Wäre ich jedes Mal zur Polizei gegangen, wenn ein T-Shirt fehlte, wäre ich dort Dauergast gewesen.»
Doch im Februar 2026 erreicht die Situation einen Punkt, an dem sie nicht mehr wegschauen kann. Aus der Waschküche verschwinden ein Bügeleisen und eine Klimaanlage im Wert von rund 1000 Franken.
Zuvor hat Schüpbach versucht, den Raum zu sichern. Doch die Tür wird aufgebrochen, wie sie schildert. «Ich fühle mich in meinem Eigentum und in meiner Privatsphäre absolut nicht mehr sicher», sagt Schüpbach.
«In diesem Moment ging es um mich»
Die angespannte Situation entlädt sich schliesslich in einem direkten Konflikt mit den Nachbarn. Es kommt zu einem Streitgespräch mit Schüpbach. In diesem Moment, sagt sie, habe sich etwas verschoben.
Es ging nicht mehr nur um verschwundene Gegenstände oder beschädigte Türen. Es ging um sie selbst. «Der Mann stand vor mir und drohte, mich umzubringen», schildert sie.
Bereits im Sommer 2024 hat Schüpach die Verwaltung informiert und die Zustände geschildert. Die Antwort ist eher zurückhaltend. Man nehme die Hinweise auf, heisst es, und bleibe am Ball.
Mietpartei wurde ausgewiesen
Nun kommt endlich Bewegung in die Sache. Die betroffene Mietpartei sei Anfang März ausgewiesen worden, teilt die Verwaltung der Zeitung mit. Die Polizei ist dabei, die Räumung umzusetzen.
Reparaturen seien eingeleitet, die beschädigte Tür werde ersetzt, auch die Reinigung sei organisiert.
Für Schüpbach bleibt die Erleichterung vorerst aus. Zu lange hat sich die Situation hingezogen. «Ich glaube erst an ein Ende dieses Albtraums, wenn ich die leere Wohnung mit eigenen Augen sehe.»


















