Drogen

Zürcher Drogen werden immer reiner

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Zürich,

In Zürich ist immer mehr Kokain ungestreckt. Das ist gut für Konsumenten, erhöht aber das Risiko einer Überdosierung.

kokain
In Zürich gibt es immer mehr ungestrecktes Kokain. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Zürich wurde im letzten Jahr nur in 14 Prozent der Kokain-Proben Streckmittel gefunden.
  • Das reinere Kokain führt zu einer höheren Gefahr für Überdosierungen.
  • Bei Ecstasy wurde ein Trend zu immer höheren Dosierungen festgestellt.

Die Drogen in Zürich werden immer reiner und höher dosiert. Dies zeigen die Untersuchungen des Drogeninformationszentrums DIZ der Stadt des letzten Jahres. Wie SRF berichtet, wurden dort 4700 Proben untersucht.

Beispielsweise Kokain ist noch reiner geworden: In bloss 14 Prozent der untersuchten Proben wurden Streckmittel gefunden. Das hat Vor-, aber auch Nachteile für die Konsumenten, wie Joel Bellmont, Co-Leiter des DIZ, erklärt.

Einerseits bestehe dadurch weniger die Gefahr, dass die Streckmittel Leber und Gehirn schädigen. Andererseits würden sich die Konsumenten eher in Sicherheit wiegen. Dabei habe auch Kokain selbst ein hohes Schädigungspotential, wie Bellmont erklärt. «Ein höherer Wirkstoffgehalt bedeutet, dass das Risiko einer Überdosierung steigt.»

Dies gilt auch für Tabletten, die höher dosiert sind. Bei Ecstasy beispielsweise stellt das DIZ einen Trend zu höheren Dosierungen fest. 90 Prozent der getesteten Pillen enthalten 120 Milligramm Wirkstoff oder mehr und sind damit hochdosiert.

Findest du es richtig, dass das DIZ Drogen testet?

Bellmont erzählt von einem Ausreisser mit 400 Milligramm Wirkstoff. Das sei dreimal mehr als die maximale Menge für einen Mann mit einem Körpergewicht von 80 Kilogramm.

Der Experte warnt dann auch bei Ecstasy vor einem höheren Risiko einer Überdosis. Leberschäden und Herzversagen sind nur zwei der möglichen schweren Nebenwirkungen.

Für einen sicheren Konsum rät Bellmont, genau zu wissen, was man konsumiert. Man solle sich mit den Inhalten und der Dosierung auseinandersetzen. Informationen und Beratungen bietet das DIZ deswegen an.

Kein Fentanyl in den Proben nachgewiesen

Gute Nachrichten gibt es vom DIZ in Bezug auf Fentanyl: Das extrem starke Mittel wurde im letzten Jahr in keiner Probe gefunden.

Fentanyl ist rund 100-mal stärker als Morphin und vor allem in den USA verbreitet. Dort ist teils die Rede von einer Epidemie, Hunderttausende Menschen sind wegen der Droge gestorben. Auch die Stadt Zürich rechnet damit, dass Fentanyl hierherkommen wird. Letztes Jahr wurden deshalb erste Massnahmen ergriffen.

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