Bauarbeiter und Gastronomen koksen in der Schweiz besonders häufig
Auf der Baustelle, im Restaurant oder hinter der Bar: In stressigen Berufen scheint Kokain besonders verbreitet zu sein. Das zeigt eine neue Analyse.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Konsum von Kokain nimmt in der Schweiz seit Jahren zu.
- Besonders betroffen sind gemäss einer neuen Analyse die Baubranche und Gastronomie.
- Dort wird die Droge funktional eingesetzt, beispielsweise zur Leistungssteigerung.
Frühschicht auf der Baustelle, Mittagsservice im Restaurant, Überstunden bis spät in die Nacht: Dort, wo die Arbeitstage lang und der Druck hoch sind, scheint auch Kokain besonders verbreitet zu sein.
Darauf deutet eine neue Analyse von Sucht Schweiz im Auftrag der Stiftung Jobema hin.
Demnach nimmt der Kokainkonsum in der Schweiz weiter zu. Besonders auffällig sind dabei einzelne Berufsbranchen.
Koks wird funktional eingesetzt
Lange galt Kokain vor allem als Droge des Nachtlebens. Die neue Auswertung zeichnet nun jedoch ein differenziertes Bild.
Verschiedene Forschungsarbeiten gemäss Sucht Schweiz darauf hin, dass die Droge auch im Arbeitsalltag eine Rolle spielt. Besonders betroffen sein könnten laut der Analyse das Baugewerbe, die Gastronomie sowie die Kunst- und Unterhaltungsszene.
In diesen Branchen werde Kokain teilweise funktional eingesetzt. Also primär etwa zur Steigerung von Leistungsfähigkeit, Wachheit oder Selbstsicherheit.
Begünstigt werde dies durch verschiedene Faktoren, wie Sucht Schweiz schreibt. Darunter hoher Leistungsdruck, lange oder unregelmässige Arbeitszeiten, ausgeprägte Gruppendynamiken sowie arbeitsbezogene Unsicherheit.
Konsum nimmt seit Jahren zu
Insgesamt zeigt die Analyse einen klaren Trend: Der Kokainkonsum in der Schweiz steigt seit Jahren an.
Gemäss der letzten Schweizerischen Gesundheitsbefragung von 2022 haben rund ein Prozent der Bevölkerung innerhalb eines Jahres Kokain konsumiert. Hochgerechnet entspricht das knapp 60'000 Personen.
Doch die Dunkelziffer könnte hoch sein. Verschiedene Datenquellen, darunter Abwasseranalysen, deuten auf ein deutlich höheres tatsächliches Ausmass hin.
Parallel zum steigenden Konsum haben auch Reinheit und Verfügbarkeit der Droge zugenommen. Gleichzeitig verzeichnen Suchthilfeeinrichtungen und Spitäler mehr kokainbezogene Behandlungen.
Junge und Männer besonders häufig betroffen
Besonders häufig konsumieren Männer sowie junge Erwachsene zwischen 18 und 34 Jahren. Auffällig ist dabei, dass viele Konsumierenden sozial integriert sind. Sie sind gut ausgebildet, berufstätig und führen nach aussen ein unauffälliges Leben.
Der Übergang vom gelegentlichen zum problematischen Konsum erfolge meist schleichend.
Viele Menschen mit beginnendem problematischem Konsum würden von bestehenden Präventionsangeboten bislang nur unzureichend erreicht, moniert Sucht Schweiz.




















