Warum der Genfersee nicht auf Blaualgen überwacht wird
Immer wieder sorgen Cyanobakterien – auch Blaualgen genannt – in Schweizer Gewässern für Diskussionen. Oft kommt es zu Vergiftungen von Hunden, vereinzelt auch von Menschen. Der Kanton Waadt setzt deshalb auf Prävention statt auf eine flächendeckende Überwachung.

Cyanobakterien werden im Genfersee und in anderen Waadtländer Gewässern nicht systematisch gemessen. Dafür gebe es schlicht keine Methode, mit der ihre Präsenz täglich und flächendeckend überwacht werden könne, sagte Florence Dapples, Leiterin der Abteilung Gewässerschutz der kantonalen Umweltdirektion, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Die Mikroorganismen kommen natürlicherweise in Seen und Flüssen vor und vermehren sich bei warmem Wetter besonders stark. Von den Tausenden bekannten Arten produzieren nach Schätzungen rund 40 Giftstoffe. Werden diese in grösseren Mengen aufgenommen, können sie Vergiftungen beim Menschen und tödliche Folgen für Haustiere verursachen. Für Schlagzeilen sorgten unter anderem sechs Hunde, die 2020 nach einem Bad an der Mündung der Areuse in den Neuenburgersee starben.
Cyanobakterien bilden am Gewässergrund teppichartige Beläge. Durch die Photosynthese steigen sie später als watteähnliche, schwimmende Ansammlungen an die Oberfläche auf. Andere Arten färben das Wasser blaugrün und erinnern an Farbschlieren – sie werden deshalb auch Blaualgen genannt. Diese gut sichtbaren Veränderungen seien für die Bevölkerung meist selbst erkennbar, erklärt Dapples.
Da Wind und Regen die Ansammlungen innert kurzer Zeit verändern oder verschwinden lassen können, wäre eine laufende Kontrolle aller Badeplätze laut dem Kanton zu aufwendig. Stattdessen informiert der Kanton Waadt seit drei Jahren jeweils vor Beginn der Badesaison über die Risiken. Gemeinden erhalten Informationsmaterial und auffällige gelbe Warnschilder für Badeplätze. Regelmässig untersucht werden die Badegewässer hingegen weiterhin auf Fäkal-Keime nicht aber auf Cyanobakterien.










