Krieg

Vermittler wollen neue Waffenruhe im Iran-Krieg

Simon Binz
Simon Binz, Keystone-SDA

Iran,

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben die zehnte Nacht in Folge Ziele im Iran attackiert. Das Neueste gibt es im Ticker.

Trump
US-Präsident Donald Trump hat eine mögliche Festnahme des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in den USA ausgeschlossen. - keystone

Im Streit um die für den weltweiten Energiehandel wichtige Strasse von Hormus eskaliert der Iran-Krieg seit Anfang des Monats wieder. Die USA meldeten in der vergangenen Woche so viele Tote in den eigenen Reihen wie seit Monaten nicht mehr.

US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran vor diesem Hintergrund mit besonders harter Vergeltung. «Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er diesen Tod um ein Vielfaches bezahlen!», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

Das Neueste gibt es hier im Ticker:

Libanons Präsident bittet Trump um Unterstützung für Armee

Libanons Präsident Joseph Aoun hat US-Präsident Donald Trump um weitere Unterstützung für die staatliche libanesische Armee gebeten und andernfalls vor dem Szenario eines neuen Bürgerkriegs in seinem Land gewarnt. «Wir wollen das nicht noch einmal erleben. Alles, worum wir bitten, ist weitere Unterstützung für die LAF», sagte Aoun, der das englische Kürzel für die libanesischen Streitkräfte verwendete.

Trump: Bald US-Angriff auf Gegend rund um "Pickaxe Mountain"

m festgefahrenen Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump erneut mit US-Angriffen auf das Areal rund um die iranische Atomeinrichtung gedroht, die als «Pickaxe Mountain» bekannt ist.

«Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen, und zwar mit voller Wucht», sagte er bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weissen Haus.

Bereits zuvor hatte der Republikaner eine entsprechende Attacke auf den Komplex angedroht, der im Berg Kuh-e Kolang südlich der Nuklearanlage Natans im Zentraliran liegt.

Trump: Kein Treffen ohne ernsthaftes Interesse des Irans

Die USA sind nach Angaben von Präsident Donald Trump grundsätzlich zu Gesprächen mit Vertretern des Irans bereit. Voraussetzung sei jedoch, dass Teheran ernsthaft an substanziellen Verhandlungen interessiert sei, sagte Trump bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weissen Haus.

«Sie wollen sich unbedingt treffen», sagte Trump über die iranische Führung. «Solange sie aber nicht bereit sind, sich auf ernsthafte Weise zu treffen, haben wir keinerlei Interesse daran.»

Huthi-Miliz: Sechs Schiffe zur Umkehr gezwungen

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat eigenen Angaben zufolge sechs Schiffe in der Region im Rahmen ihrer verkündeten «Blockade» zur Umkehr gezwungen. Das berichtete die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba unter Berufung auf deren Militärkreise.

Innerhalb von 24 Stunden seien sechs Schiffe nach Warnungen der Huthi umgekehrt, berichtete Saba. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

IEA warnt: Aufflammender Iran-Krieg setzt Ölversorgung unter Druck

Angesichts des wieder aufgeflammten Iran-Kriegs sieht die Internationale Energieagentur (IEA) die weltweite Ölversorgung zunehmend unter Druck.

«Die Eskalation der Feindseligkeiten, von der die Strasse von Hormus und die Energieinfrastruktur in der Region betroffen sind, verstärkt die Sorgen um die Versorgungssicherheit und die Unsicherheit hinsichtlich der Marktaussichten», sagte IEA-Direktor Fatih Birol.

«Bedrohungen für die Meerenge von Bab al-Mandab, die als Umgehungsroute für die Strasse von Hormus zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, verschärfen diese Sorgen noch weiter.»

Gaza-Zivilschutz: Sechs Tote bei israelischem Luftangriff

Bei einem israelischen Luftangriff in der Stadt Gaza sind nach Angaben des palästinensischen Zivilschutzes am frühen Dienstagmorgen sechs Menschen getötet worden.

Es handele sich um Mitglieder einer Familie, unter ihnen vier Kinder, sagte ein Sprecher des Zivilschutzes. Ob es verletzte Überlebende gab, war zunächst nicht bekannt.

Kuwait: Iranische Angriffe treffen Kraftwerke

Mehrere Strom- und Meerwasserentsalzungsanlagen in Kuwait sind nach Regierungsangaben erneut Ziel iranischer Angriffe geworden. Durch die Attacken am Montagabend seien in mehreren Einrichtungen Brände ausgebrochen, erklärte das Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energien am Mittag.

Der entstandene Schaden werde derzeit erfasst, während Arbeiten zur Reparatur und Wiederherstellung der betroffenen Anlagen vorbereitet würden. Mehrere Einheiten seien vorsorglich vom Netz genommen worden, um die Anlagen zu schützen und die Stabilität der Strom- und Wasserversorgung zu sichern.

Kreise: Iranischer Minister trifft Vermittler in Pakistan

Inmitten gegenseitiger Angriffe zwischen den USA und dem Iran trifft sich der iranische Innenminister Eskandar Momeni laut pakistanischen Sicherheitskreisen mit führenden Vermittlern in Islamabad.

Nach einem Termin mit Pakistans Armeechef Asim Munir sei Momeni derzeit im Gespräch mit Premierminister Shehbaz Sharif, erfuhr die Nachrichtenagentur DPA von mit der Angelegenheit vertrauten Quellen in der pakistanischen Hauptstadt.

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Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian (rechts) im Gespräch mit dem Generalstabschef und Feldmarschall Syed Asim Munir (links) in Rawalpindi, Pakistan, am 23. Juni 2026. - keystone

Über Gesprächsinhalte wurde zunächst nichts bekannt. Bereits zuvor hatten die Kreise jedoch davon gesprochen, Pakistan werde darauf hinwirken, dass für eine neuerliche Verhandlungslösung im Krieg zwischen den USA und dem Iran diesmal eine Öffnung der für den internationalen Handel wichtigen Strasse von Hormus von den mächtigen iranischen Revolutionsgarden verkündet werden müsse.

Asean fordert sofortiges Ende der Gewalt im Nahen Osten

Die Aussenminister der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean haben sich angesichts der jüngsten Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran tief besorgt gezeigt und alle Beteiligten zu grösster Zurückhaltung aufgerufen.

Die neuen Kämpfe gefährdeten die diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Lösung des Konflikts, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung der Minister im Zuge ihres Gipfeltreffens in der philippinischen Hauptstadt Manila.

«Wir appellieren an alle Beteiligten, grösstmögliche Zurückhaltung zu üben und jegliche Handlungen zu vermeiden, die die Situation weiter verschärfen könnten», hiess es in dem Dokument weiter. Zugleich forderten die Aussenminister einen «vollständigen und sofortigen Stopp der Feindseligkeiten an allen Fronten im Nahen Osten».

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Asean appelliert an alle Konfliktparteien, die Gewalt im Nahen Osten unverzüglich zu beenden. - keystone

Der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean gehören elf Länder an, darunter Indonesien, Thailand, Malaysia und Singapur. Die Philippinen haben in diesem Jahr den rotierenden Vorsitz der Organisation.

Zu dem mehrtägigen Treffen haben sich auch US-Aussenminister Marco Rubio und seine Amtskollegen aus Russland und China, Sergej Lawrow und Wang Yi, angekündigt. Ob es auch zu bilateralen Gesprächen kommen wird, war zunächst unklar.

Vermittler wollen neue Waffenruhe im Iran-Krieg

Die Vermittler bemühen sich Berichten zufolge um eine neue Waffenruhe. Katar, Ägypten, Pakistan und andere regionale Vermittler hätten den beiden Kriegsparteien einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe unterbreitet, erfuhr das US-Nachrichtenportal «Axios» aus Quellen. Auch das «Wall Street Journal» berichtete über den Vorschlag.

Die Vermittler fürchteten, Washington und Teheran könnten in einen Kreislauf geraten, in dem sie den Konflikt zwar unterhalb der Schwelle eines umfassenden Krieges halten, aber die regionalen Volkswirtschaften auf unbestimmte Zeit beeinträchtigen, schrieb die Zeitung. Die US-Regierung prüfe den Vorschlag derzeit und habe Israel aufgefordert, Massnahmen zu vermeiden, die das diplomatische Fenster schliessen könnten, zitierte «Axios» US-Beamte.

US-Militär: Angriffswelle gegen Iran beendet

Das US-Militär hat eigenen Angaben zufolge nach fünf Stunden seine neuesten Angriffe gegen den Iran beendet. Ziel seien militärische Einrichtungen gewesen, darunter Luftverteidigungssysteme, Kommandozentralen und Startanlagen für Drohnen und Raketen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom mit.

ARCHIV - Kampfflugzeuge vom Typ Lockheed Martin F-35B der US-Marines fliegen über die Roosevelt Roads Naval Station. Foto: Kendall Torres Cortés/dpa
ARCHIV - Kampfflugzeuge vom Typ Lockheed Martin F-35B der US-Marines fliegen über die Roosevelt Roads Naval Station. - Keystone/dpa/Kendall Torres Cortés

Wieder nächtliche Explosionen im Iran

Nach Beginn der erneuten Angriffswelle des US-Militärs auf Ziele im Iran melden örtliche Medien in der Nacht wieder Explosionen in mehreren Gebieten der Islamischen Republik.

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden Explosionen aus Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan und der Hafenstadt Tschahbahar am Golf vom Oman gemeldet. Der regierungstreue Sender Press TV berichtete zudem von US-Angriffen im Gebiet der Stadt Schiras im zentralen Süden Irans.

Die Nachrichtenagentur Fars meldete mehrere Explosionen im Bereich der Insel Gheschm in der Strasse von Hormus sowie bei der Grossstadt Bandar Abbas. Das US-Militär greift nach eigenen Angaben in der nunmehr zehnten Nacht in Folge an.

Behörde: Erneut Tanker in Strasse von Hormus angegriffen

In der Strasse von Hormus ist erneut ein Tanker angegriffen worden. Er sei vor der Küste des Omans von einem «unbekannten Geschoss» getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Der Vorfall ereignete sich demnach acht Seemeilen (knapp 15 Kilometer) nordöstlich des omanischen Ortes Limah.

Erst am Vortag war vor der Küste des Omans ein Schiff angegriffen worden und in Brand geraten. Sicherheitsfirmen zufolge gehört der betroffene Tanker dem griechischen Unternehmen Dynacom. Ein weiterer Tanker des Unternehmens wurde vor der omanischen Küste demnach fast zur selben Zeit angegriffen.

Der Iran verlangt, dass Schiffe eine Route entlang der eigenen Küste nehmen.

USA starten neue Angriffe gegen Iran

Das US-Militär hat eine neue Angriffswelle gegen den Iran gestartet. Die um 16.00 Uhr US-Ostküstenzeit (22.00 Uhr Schweizer Zeit) begonnen Angriffe zielten darauf ab, die militärischen Mittel des Irans, um Handelsschiffe in der Strasse von Hormus attackieren zu können, zu schwächen, teilte das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Zu den genauen Zielen der neuen Angriffe wurden keine Angaben gemacht.

Damit greifen die USA in der inzwischen zehnten Nacht in Folge Ziele der Islamischen Republik an. Teheran hatte zuvor Vergeltungsschläge gegen Länder mit US-Militärstützpunkten in der Region ausgeführt.

Trump droht Iran mit Rache

Vor dem Hintergrund der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump dem Iran mit besonders harter Vergeltung gedroht. «Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er diesen Tod um ein Vielfaches bezahlen!», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

Er habe unter anderem US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine entsprechend angewiesen – was genau das US-Militär auf Trumps Anordnung hin tun soll, liess der Präsident offen.

Donald Trump
Donald Trump hat dem Iran für den Tod von US-Soldaten Rache geschworen. - keystone

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Kommentare

User #7705 (nicht angemeldet)

AMIS raus - Dann gibt es Frieden

User #2127 (nicht angemeldet)

ich muss sagen alles verteuert sich so lange der orange Kopf weiter den Iran bombardiert der hat doch nicht mehr alle im Stübchen

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