Vermittler wollen neue Waffenruhe im Iran-Krieg
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben die zehnte Nacht in Folge Ziele im Iran attackiert. Das Neueste gibt es im Ticker.

Im Überblick
- Asean fordert sofortiges Ende der Gewalt im Nahen Osten
- Vermittler wollen neue Waffenruhe im Iran-Krieg
- US-Militär: Angriffswelle gegen Iran beendet
- Wieder nächtliche Explosionen im Iran
- Behörde: Erneut Tanker in Strasse von Hormus angegriffen
- USA starten neue Angriffe gegen Iran
- Trump droht Iran mit Rache
Im Streit um die für den weltweiten Energiehandel wichtige Strasse von Hormus eskaliert der Iran-Krieg seit Anfang des Monats wieder. Die USA meldeten in der vergangenen Woche so viele Tote in den eigenen Reihen wie seit Monaten nicht mehr.
US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran vor diesem Hintergrund mit besonders harter Vergeltung. «Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er diesen Tod um ein Vielfaches bezahlen!», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Das Neueste gibt es hier im Ticker:
Die Aussenminister der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean haben sich angesichts der jüngsten Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran tief besorgt gezeigt und alle Beteiligten zu grösster Zurückhaltung aufgerufen.
Die neuen Kämpfe gefährdeten die diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Lösung des Konflikts, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung der Minister im Zuge ihres Gipfeltreffens in der philippinischen Hauptstadt Manila.
«Wir appellieren an alle Beteiligten, grösstmögliche Zurückhaltung zu üben und jegliche Handlungen zu vermeiden, die die Situation weiter verschärfen könnten», hiess es in dem Dokument weiter. Zugleich forderten die Aussenminister einen «vollständigen und sofortigen Stopp der Feindseligkeiten an allen Fronten im Nahen Osten».

Der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean gehören elf Länder an, darunter Indonesien, Thailand, Malaysia und Singapur. Die Philippinen haben in diesem Jahr den rotierenden Vorsitz der Organisation.
Zu dem mehrtägigen Treffen haben sich auch US-Aussenminister Marco Rubio und seine Amtskollegen aus Russland und China, Sergej Lawrow und Wang Yi, angekündigt. Ob es auch zu bilateralen Gesprächen kommen wird, war zunächst unklar.
Die Vermittler bemühen sich Berichten zufolge um eine neue Waffenruhe. Katar, Ägypten, Pakistan und andere regionale Vermittler hätten den beiden Kriegsparteien einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe unterbreitet, erfuhr das US-Nachrichtenportal «Axios» aus Quellen. Auch das «Wall Street Journal» berichtete über den Vorschlag.
Die Vermittler fürchteten, Washington und Teheran könnten in einen Kreislauf geraten, in dem sie den Konflikt zwar unterhalb der Schwelle eines umfassenden Krieges halten, aber die regionalen Volkswirtschaften auf unbestimmte Zeit beeinträchtigen, schrieb die Zeitung. Die US-Regierung prüfe den Vorschlag derzeit und habe Israel aufgefordert, Massnahmen zu vermeiden, die das diplomatische Fenster schliessen könnten, zitierte «Axios» US-Beamte.
Das US-Militär hat eigenen Angaben zufolge nach fünf Stunden seine neuesten Angriffe gegen den Iran beendet. Ziel seien militärische Einrichtungen gewesen, darunter Luftverteidigungssysteme, Kommandozentralen und Startanlagen für Drohnen und Raketen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom mit.

Nach Beginn der erneuten Angriffswelle des US-Militärs auf Ziele im Iran melden örtliche Medien in der Nacht wieder Explosionen in mehreren Gebieten der Islamischen Republik.
Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden Explosionen aus Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan und der Hafenstadt Tschahbahar am Golf vom Oman gemeldet. Der regierungstreue Sender Press TV berichtete zudem von US-Angriffen im Gebiet der Stadt Schiras im zentralen Süden Irans.
Die Nachrichtenagentur Fars meldete mehrere Explosionen im Bereich der Insel Gheschm in der Strasse von Hormus sowie bei der Grossstadt Bandar Abbas. Das US-Militär greift nach eigenen Angaben in der nunmehr zehnten Nacht in Folge an.
In der Strasse von Hormus ist erneut ein Tanker angegriffen worden. Er sei vor der Küste des Omans von einem «unbekannten Geschoss» getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Der Vorfall ereignete sich demnach acht Seemeilen (knapp 15 Kilometer) nordöstlich des omanischen Ortes Limah.
Erst am Vortag war vor der Küste des Omans ein Schiff angegriffen worden und in Brand geraten. Der Iran verlangt, dass Schiffe eine Route entlang der eigenen Küste nehmen.
Das US-Militär hat eine neue Angriffswelle gegen den Iran gestartet. Die um 16.00 Uhr US-Ostküstenzeit (22.00 Uhr Schweizer Zeit) begonnen Angriffe zielten darauf ab, die militärischen Mittel des Irans, um Handelsschiffe in der Strasse von Hormus attackieren zu können, zu schwächen, teilte das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Zu den genauen Zielen der neuen Angriffe wurden keine Angaben gemacht.
Damit greifen die USA in der inzwischen zehnten Nacht in Folge Ziele der Islamischen Republik an. Teheran hatte zuvor Vergeltungsschläge gegen Länder mit US-Militärstützpunkten in der Region ausgeführt.
Vor dem Hintergrund der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump dem Iran mit besonders harter Vergeltung gedroht. «Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er diesen Tod um ein Vielfaches bezahlen!», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Er habe unter anderem US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine entsprechend angewiesen – was genau das US-Militär auf Trumps Anordnung hin tun soll, liess der Präsident offen.

















