BAG prüft Hunderttausende alte Corona-Rechnungen
Das BAG sucht eine Firma, die alte Corona-Rechnungen durchforstet. 213 Millionen Franken könnten falsch in Rechnung gestellt worden sein.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Bund zahlte während der Corona-Pandemie über 2,6 Milliarden Franken für Tests.
- Rechnungen über 213 Millionen Franken stehen unter Verdacht, zu Unrecht gestellt worden zu sein.
- Die Rechnungen sollen nun von einer externen Firma geprüft werden, um Betrugsfälle aufzudecken.
Fast vier Jahre nach dem Ende der Pandemie beschäftigt der Bund weiterhin Spezialisten, die falsch abgerechnete Corona-Tests aufdecken sollen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat dafür auf der Beschaffungsplattform Simap eine neue Ausschreibung veröffentlicht.
Gesucht wird eine Firma, die bis zu zwei Jahre lang alte Rechnungen durchforstet. Es geht um Hunderttausende von Abrechnungen aus der Pandemiezeit, wie die «Sonntagszeitung» berichtet.
Rückwirkend sollen folgende Fragen geklärt werden: Wurden Tests verrechnet, die nie stattgefunden haben? Wurden dieselben Tests mehrfach in Rechnung gestellt? Wurden überhöhte Beträge verlangt?
Während der Corona-Pandemie zahlte der Bund insgesamt über 2,6 Milliarden Franken für Corona-Tests. Rechnungen im Umfang von 213 Millionen Franken stehen unter Verdacht, zu Unrecht gestellt worden zu sein.
Es gibt 322 Verdachtsfälle
Das können Abrechnungsfehler sein oder aber bewusste Tricksereien. Das BAG untersucht insgesamt 322 Verdachtsfälle. Betroffen sind Testcenter, Arztpraxen, Apotheken und Labors. Bis heute hat der Bund 23,3 Millionen Franken zurückgeholt.
Weitere 72 Millionen Franken wurden zwar in Rechnung gestellt. Dank der Kontrollen des BAG konnte die Auszahlung aber verhindert werden.
Schon im Sommer 2022 berichtete SRF über Versicherte, die Tests auf ihrer Krankenkassenabrechnung entdeckten. Tests, die sie nie gemacht hatten. Danach wurden immer grössere mutmassliche Betrugsfälle bekannt.
Dass das System Schwächen hatte, war früh bekannt. Bereits im September 2022 stellte die Eidgenössische Finanzkontrolle in einem Prüfbericht fest, dass der Bund zu wenig gegen Missbrauch unternahm. Die Behörde anerkannte jedoch auch: Das BAG hatte während der Pandemie andere Prioritäten.















