Kamala Harris nennt Trumps Zollpolitik gegen die Schweiz «rücksichtslos»
Kamala Harris besuchte Bern und sprach in einem Interview über die Prioritäten des neuen US-Kongresses. Sie kritisierte die Zollpolitik Trumps stark.

Das Wichtigste in Kürze
- Kamala Harris lobt die Schweiz und kritisiert Trumps Zölle als rücksichtslos.
- Die Demokraten, die den neuen US-Kongress dominieren, wollen Lebenshaltungskosten senken und Korruption untersuchen.
- Ob Kamala Harris 2028 erneut als Präsidentin kandidiert, lässt sie offen.
Kamala Harris trat am Samstag als Ehrengast und Hauptrednerin an der diesjährigen Preisverleihung des Prix Suisse in Bern auf. Bei diesem Anlass zeichnet die «Initiative Schweiz» jährlich eine Persönlichkeit für herausragende Leistungen für die Schweiz aus.
Die frühere US-Vizepräsidentin und Präsidentschaftskandidatin war schon das zweite Mal zu Besuch in der Schweiz. 2024 hatte sie bereits an der Ukraine-Konferenz auf dem Bürgenstock teilgenommen. Damals antwortete sie sogar auf eine Frage von Nau.ch.
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Bei einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» sprach Harris nun über aktuelle politische Themen.
Neuer Kongress strebt Veränderung an
Die Demokraten haben bei den Midterms einen Sieg erzielt. Harris war die Freude darüber anzusehen, als sie im Interview darauf zu sprechen kamen.
Mit dem neuen Kongress – in dem die Demokraten nun beide Kammern kontrollieren – soll es Veränderungen geben. Harris nannte die Lebenshaltungskosten als oberste Priorität.
Auch das Thema Korruption stehe ganz oben auf der Agenda. Hier seien Ermittlungen nötig und die Regierung Trump stehe in der Rechenschaftspflicht.
Zur Zollpolitik der Trump-Regierung gegenüber der Schweiz äusserte sich Harris deutlich. «Trumps Zoll- und Handelspolitik ist rücksichtslos», sagte sie. Die Begründungen seien grösstenteils kleinlich gewesen.
Der neue Kongress könne hier Einfluss nehmen. Er habe die Befugnis, die Grundlagen der Handelspolitik zu untersuchen, meint Harris. Sie erwarte dann mehr Stabilität in der Handelspolitik.
Kamala Harris lässt offen, ob sie noch einmal kandidiert
Ein erneutes Impeachment – also ein Amtsenthebungsverfahren – gegen Präsident Trump schloss Harris aber aus. Sie begründete das pragmatisch: Für eine Anklage brauche man zwei Drittel der Stimmen im Senat und diese Mehrheit sei nicht vorhanden.
Die Frage nach einer erneuten Kandidatur für die US-Präsidentschaft 2028 beantwortete Harris mit Zurückhaltung. «Ich habe mich noch nicht entschieden», sagte sie dem «Tages-Anzeiger». Ihre Familie werde eine wichtige Rolle bei dieser Entscheidung spielen.
















