«Wenn der Kaffee teurer wird, bevor er in der Tasse ist»
Nachhaltigkeit ist wichtig, doch neue Vorschriften kosten Zeit und Geld. Marc Käppeli erklärt, warum für Schweizer KMU das richtige Mass entscheidend ist.

Wer wie wir bei Blaser Café täglich mit Kaffee arbeitet, weiss: Nachhaltigkeit beginnt lange vor der Tasse. Vom Anbau über die Lieferkette bis zur Verpackung sind Unternehmen gefordert, Verantwortung zu übernehmen und neue Lösungen zu entwickeln.
Die EU setzt mit ihren Regulierungen wichtige Impulse: Wälder schützen, Verpackungsmüll reduzieren und Transparenz schaffen. Das begrüssen wir. Denn klare Regeln können Innovationen fördern und neue Chancen eröffnen.

Gleichzeitig erleben wir als Schweizer KMU, wie anspruchsvoll die Umsetzung ist. Dokumentation, Kontrollen, neue Verpackungen, IT-Systeme und Schulungen verursachen Kosten und binden Ressourcen. Dabei stellt sich für uns immer auch die Frage, wie genügend Ressourcen für die konkrete Umsetzung nachhaltiger Lösungen bleiben.
So entsteht ein Spannungsfeld: Wir wollen hochwertigen, in der Schweiz hergestellten Kaffee zu einem fairen Preis anbieten und gleichzeitig Nachhaltigkeit vorantreiben. Doch zunehmende Anforderungen machen diesen Balanceakt nicht einfacher. Nachhaltigkeit braucht klare Regeln, aber auch Augenmass.
Entscheidend ist, dass der Aufwand verhältnismässig bleibt und die tatsächliche Wirkung im Vordergrund steht. Denn am Ende sollte nicht das Stück Papier mehr kosten als der Kaffee, dessen Nachhaltigkeit es belegen soll.
Zum Autor
Marc Käppeli ist Geschäftsführer Blaser Cafè AG.












