35 Prozent der alleinerziehenden Frauen verfügen über nur geringe finanzielle Mittel. alleinerziehende Männer und Familien mit Kindern sind ebenfalls betroffen.
Das Bundesamt für Sozialversicherung hat eine neue Studie zu den Einkommen in der Schweiz veröffentlicht. (Symbolbild)
Das Bundesamt für Sozialversicherung hat eine neue Studie zu den Einkommen in der Schweiz veröffentlicht. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Das Wichtigste in Kürze

  • 35 Prozent der alleinerziehenden Frauen haben nur wenige finanzielle Mittel.
  • Das sagt eine neue Studie aus der Schweiz aus
  • Auch stärker betroffen sind alleinerziehende Männer und Ehepaaren mit Kindern.

Alleinerziehende Frauen leben im Vergleich zu Menschen in anderen Lebensumständen am häufigsten in schwierigen finanziellen Situationen. 35 Prozent der von Frauen geführten Einelternhaushalte verfügten 2015 nur über geringe oder sehr geringe finanzielle Mittel. Sie hatten damit zwischen 38'082 und 31'735 Franken zur Verfügung.

Das zeigt eine Studie, die das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) am Dienstag veröffentlichte. Das BSV hält die wesentlichen Voraussetzungen, zur finanziellen Verbesserung von Eineltern- und Einpersonenhaushalten, fest: die Förderung der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie, die Integration in den Arbeitsmarkt und die Investition in Bildung.

Paare ohne Kinder am seltensten betroffen

Bei seinen Berechnungen orientierte sich das BSV am Medianeinkommen eines Haushalts von 63'470 Franken. Einkommen, die zwischen 50 und 60 Prozent des Medianwerts betragen, werden als «geringe» beziehungsweise «sehr geringe» Einkommen bezeichnet.

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Ein hohes Armutsrisiko betrifft vor allem Alleinerziehende. - Keystone

Bei den von einem Mann geführten Einelternhaushalten waren 17 Prozent von geringen oder sehr geringen Einkommen betroffen. Bei Ehepaaren mit Kind oder Kindern hingegen waren es 15 Prozent. Und bei Paaren ohne Kinder lagen nur 9 Prozent unter dem Grenzwert für geringe finanzielle Mittel.

Erwerbstätige schneiden besser ab als Rentnerinnen und Rentner

Insgesamt hatten 8,2 Prozente der Haushalte 2015 nur ein «sehr geringes» Einkommen und lebten damit in einer finanziell schwierigen Situation. Zwischen Personen im Erwerbsalter und um Rentnerinnen und Rentnern gab es dabei kaum einen Unterschied. Bei ersteren lag der Prozentsatz bei 8 Prozent, bei den Rentnerhaushalten bei 9 Prozent.

Bei den «geringen Einkommen» standen Personen im Erwerbsalter besser da als Personen im Rentenalter. Von den Rentnerinnen- und Rentnerhaushalten waren 22 Prozent von einem geringen Einkommen betroffen, bei den Erwerbstätigen 15 Prozent.

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