1. August: Tierhalter geben Hunden und Büsis Beruhigungsmittel

Rowena Goebel
Rowena Goebel

Bern,

Bratwürste, Fähnli und gestresste Haustiere: Der 1. August ist da – auch, wenn es dieses Jahr weniger Feuerwerke gibt, haben viele Tierhalter einen Plan.

hund
Der 1. August bedeutet Stress: Viele Büsis ziehen sich zurück oder verschwinden gar tagelang. Hunde zittern, verstecken sich oder flüchten. - pexels

Das Wichtigste in Kürze

  • Alle Jahre wieder: Für viele Haustiere bedeuten die 1.-August-Feuerwerke Stress.
  • Tierhalterinnen und -halter helfen ihren Hunden und Büsis darum mit Beruhigungsmitteln.
  • Ein Lichtblick für die Tiere: Dieses Jahr gibt es weniger Feuerwerke.

Für Böller-Fans in der Regel lange ersehnt, für Bello und Simba aber ein grosser Stress: Der 1. August ist da. Heute Samstagabend gibt es wieder zahlreiche Grillfeste, Nachbarschaftstreffen und Feuerwerke.

Klar: Da in der Schweiz grosse Trockenheit herrscht, gibt es vielerorts Feuerverbote. Trotzdem finden in verschiedenen Städten Bundesfeiern mit offiziellen Feuerwerken statt.

1. August
In Thun BE gibt es dieses Jahr trotz anhaltender Trockenheit ein Feuerwerk zum 1. August. - keystone

Beispiele sind Rheinfelden AG, Thun BE, Flüelen UR oder Brunnen SZ. Hier sind trotz der Hitzewelle der letzten Tage Feuerwerke geplant.

Zudem ist bereits jetzt bekannt, dass viele Schweizerinnen und Schweizer die Feuerverbote missachten. Es ist zu erwarten, dass sich auch beim Böllern nicht alle an die Regeln halten.

Jedes Jahr gehen wegen 1. August Tiere verloren

Was bei uns Menschen bewundernde «Ahs» und «Ohs» auslöst, stösst bei den meisten Haustieren auf deutlich weniger Begeisterung.

Viele fühlen sich vom Lärm gestresst. Hunde zittern, verstecken sich oder versuchen zu flüchten, wie es in einer Mitteilung des Tierschutz beider Basel heisst.

Katzen ziehen sich zurück oder verschwinden tagelang. Auch Pferde, Kleintiere und Vögel reagieren oft empfindlich auf die ungewohnten Geräusche. Jedes Jahr gingen Tiere verloren oder verletzten sich auf der Flucht vor dem Lärm, schreiben die Tierschützer.

Herrchen und Frauchen haben sich darum bereits auf das «Klepf» am 1. August vorbereitet: Sie haben sich mit Beruhigungsmitteln speziell für Haustiere eingedeckt.

Tierapotheke verkauft extra «1.-August-Tropfen»

Die erste Tierapotheke der Schweiz, eine Filiale der Dr.-Noyer-Apotheken in Bern, verkauft extra sogenannte «1.-August-Tropfen». Dabei handelt es sich um ein Haustier-Beruhigungsmittel gegen Stress wegen Feuerwerken oder Gewittern.

Die Nachfrage ist vor dem Nationalfeiertag jeweils besonders hoch: Die Mischung aus Blütenessenzen werde traditionell vor dem 1. August eingesetzt, schreibt die Apotheke.

haustier
Es gibt sogar extra «1.-August-Tropfen» für gestresste Haustiere. - Nau.ch

Dieses Jahr ist sie im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der vielen Feuerverbote gesunken, wie es heisst. «Das spüren wir natürlich deutlich», sagt Dunja Dibra-Barosi von der Apotheke zu Nau.ch.

«Wir sind aber froh für alle Tierchen, die es dieses Jahr (hoffentlich) nicht benötigen.»

Büsis reinholen, Hunde nicht an Feste mitnehmen

Neben Beruhigungsmitteln gibt es noch andere Massnahmen, die Halterinnen und -halter ergreifen können, um den Stress ihrer Tiere zu reduzieren.

Der Tierschutz beider Basel etwa rät dazu, möglichst bei den Tieren zu bleiben. «Ihre Nähe vermittelt Sicherheit», schreibt er.

Hunde sollte man zudem den ganzen Tag an der Leine führen, denn: «Ein unerwarteter Knall kann selbst bei ruhigen Tieren eine Fluchtreaktion auslösen.»

1. August
Ein Lichtblick: Dieses Jahr benötigen weniger Tiere Beruhigungsmittel, weil es weniger Feuerwerke gibt. - keystone

Wichtig sei zudem, Tiere nicht an Feuerwerksveranstaltungen oder grosse Festanlässe mitzunehmen.

Freigängerkatzen sollten frühzeitig ins Haus geholt werden und bis nach den Feuerwerken drinnen bleiben. Auch Kleintiere und Vögel sollten wenn möglich vorübergehend nach drinnen geholt werden.

Bist du froh, dass es dieses Jahr weniger 1.-August-Feuerwerke gibt?

Auch hilfreich sei es, eine ruhige Umgebung zu schaffen, indem Halterinnen und Halter Fenster, Türen und Rollläden schliessen.

Und: «Bieten Sie Ihrem Tier einen geschützten Rückzugsort an, an den es sich bei Bedarf zurückziehen kann.»

Kommentare

User #21 (nicht angemeldet)

Bei uns hat es gestern Nachmittag und üraktisch die ganze Nacht hindurch geregnet. Und zwar nicht wenig. Also gibt es auch keine Grundlage mehr für ein allg. Feuer- und Feuerwerksverbot. Ansonsten ist das rein politisch motiviert und ich wüsste nicht wieso ich mich daran halten sollte. Ich erwarte eine sofortige Aufhebung dieser Verbote wo es geregnet hat.

User #2036 (nicht angemeldet)

Diese Nacht. Kein Knall, kein Krach. Aber zwei Katzen die sich aufs Dach geben. Wann wird dies verboten? Besitzer können doch ihre Liblinge nach Hause holen.

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