1. August: Tierhalter geben Hunden und Büsis Beruhigungsmittel
Bratwürste, Fähnli und gestresste Haustiere: Der 1. August ist da – auch, wenn es dieses Jahr weniger Feuerwerke gibt, haben viele Tierhalter einen Plan.

Das Wichtigste in Kürze
- Alle Jahre wieder: Für viele Haustiere bedeuten die 1.-August-Feuerwerke Stress.
- Tierhalterinnen und -halter helfen ihren Hunden und Büsis darum mit Beruhigungsmitteln.
- Ein Lichtblick für die Tiere: Dieses Jahr gibt es weniger Feuerwerke.
Für Böller-Fans in der Regel lange ersehnt, für Bello und Simba aber ein grosser Stress: Der 1. August ist da. Heute Samstagabend gibt es wieder zahlreiche Grillfeste, Nachbarschaftstreffen und Feuerwerke.
Klar: Da in der Schweiz grosse Trockenheit herrscht, gibt es vielerorts Feuerverbote. Trotzdem finden in verschiedenen Städten Bundesfeiern mit offiziellen Feuerwerken statt.

Beispiele sind Rheinfelden AG, Thun BE, Flüelen UR oder Brunnen SZ. Hier sind trotz der Hitzewelle der letzten Tage Feuerwerke geplant.
Zudem ist bereits jetzt bekannt, dass viele Schweizerinnen und Schweizer die Feuerverbote missachten. Es ist zu erwarten, dass sich auch beim Böllern nicht alle an die Regeln halten.
Jedes Jahr gehen wegen 1. August Tiere verloren
Was bei uns Menschen bewundernde «Ahs» und «Ohs» auslöst, stösst bei den meisten Haustieren auf deutlich weniger Begeisterung.
Viele fühlen sich vom Lärm gestresst. Hunde zittern, verstecken sich oder versuchen zu flüchten, wie es in einer Mitteilung des Tierschutz beider Basel heisst.
Katzen ziehen sich zurück oder verschwinden tagelang. Auch Pferde, Kleintiere und Vögel reagieren oft empfindlich auf die ungewohnten Geräusche. Jedes Jahr gingen Tiere verloren oder verletzten sich auf der Flucht vor dem Lärm, schreiben die Tierschützer.
Herrchen und Frauchen haben sich darum bereits auf das «Klepf» am 1. August vorbereitet: Sie haben sich mit Beruhigungsmitteln speziell für Haustiere eingedeckt.
Tierapotheke verkauft extra «1.-August-Tropfen»
Die erste Tierapotheke der Schweiz, eine Filiale der Dr.-Noyer-Apotheken in Bern, verkauft extra sogenannte «1.-August-Tropfen». Dabei handelt es sich um ein Haustier-Beruhigungsmittel gegen Stress wegen Feuerwerken oder Gewittern.
Die Nachfrage ist vor dem Nationalfeiertag jeweils besonders hoch: Die Mischung aus Blütenessenzen werde traditionell vor dem 1. August eingesetzt, schreibt die Apotheke.

Dieses Jahr ist sie im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der vielen Feuerverbote gesunken, wie es heisst. «Das spüren wir natürlich deutlich», sagt Dunja Dibra-Barosi von der Apotheke zu Nau.ch.
«Wir sind aber froh für alle Tierchen, die es dieses Jahr (hoffentlich) nicht benötigen.»
Büsis reinholen, Hunde nicht an Feste mitnehmen
Neben Beruhigungsmitteln gibt es noch andere Massnahmen, die Halterinnen und -halter ergreifen können, um den Stress ihrer Tiere zu reduzieren.
Der Tierschutz beider Basel etwa rät dazu, möglichst bei den Tieren zu bleiben. «Ihre Nähe vermittelt Sicherheit», schreibt er.
Hunde sollte man zudem den ganzen Tag an der Leine führen, denn: «Ein unerwarteter Knall kann selbst bei ruhigen Tieren eine Fluchtreaktion auslösen.»

Wichtig sei zudem, Tiere nicht an Feuerwerksveranstaltungen oder grosse Festanlässe mitzunehmen.
Freigängerkatzen sollten frühzeitig ins Haus geholt werden und bis nach den Feuerwerken drinnen bleiben. Auch Kleintiere und Vögel sollten wenn möglich vorübergehend nach drinnen geholt werden.
Auch hilfreich sei es, eine ruhige Umgebung zu schaffen, indem Halterinnen und Halter Fenster, Türen und Rollläden schliessen.
Und: «Bieten Sie Ihrem Tier einen geschützten Rückzugsort an, an den es sich bei Bedarf zurückziehen kann.»
















