Ueli Schmezer: «Mit Friedenstaube werden wir für dumm verkauft!»
Der Slogan «Kein Krieg» habe Null und Nichts mit der Abstimmungsfrage zu tun, sagt Videokolumnist Ueli Schmezer.
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Das Wichtigste in Kürze
- Ueli Schmezer ist Nau.ch-Kolumnist, sein Videoformat heisst «Auf den Punkt».
- Heute schreibt er über die Kampagne für die Neutralitätsinitiative.
- Am 27. September wird darüber abgestimmt.
Er habe seinen Augen nicht getraut, als er das Pro-Plakat der Neutralitätsinitiative zum ersten Mal gesehen habe. Nicht wegen des Inhalts der Initiative. «Sondern weil die Initianten nicht davor zurückschrecken, den Slogan ‹Kein Krieg› für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und das Symbol Friedenstaube zu missbrauchen.»
«Wo sind wir gelandet?», fragt Ueli Schmezer. Das sei eine respektlose Art, mit Menschen umzugehen. «Wer eine Kampagne so führt, spielt mit den Ängsten der Menschen und will sie für dumm verkaufen.»
Zum Gegenargument, die Leute würden schon selber merken, dass wir hier nicht über Krieg oder nicht Krieg abstimmen, sagt der Nationalrat: «Wenn die Initianten davon ausgehen würden, dass niemand auf den Spruch ‹Kein Krieg› reinfällt, würden sie ihn auch nicht verwenden.»

In der Pro-Abstimmungszeitung findet sich der Satz: «Wer nicht will, dass unsere Frauen und Männer, Söhne und Töchter und Enkel in fremde Kriege ziehen müssen», solle Ja stimmen.
Schmezer: «Wie kann man den Leuten im Jahr 2026 etwas dermassen Abwegiges auftischen!»

In fremde Kriege ziehen – das sei letztes Mal 1848 passiert. Da haben Schweizer Söldner König Ferdinand in Neapel geholfen, die Revolution niederzuschlagen. «1848 ist vorbei», sagt Schmezer. «Aber offenbar haben es noch nicht alle gemerkt.»
Zur Person
Ueli Schmezer ist Journalist, Jurist und Schweizer Nationalrat. Er hat bis 2022 für SRF gearbeitet, zuletzt im «Kassensturz». Heute ist er selbstständiger Auftrittscoach, Medientrainer und SP-Mitglied. Seit über 20 Jahren steht Schmezer auch als Musiker auf der Bühne.








