Tourismus-Chefin: «Bern steht für Qualität statt Hektik»
Künstlicher Tourismusdruck ist nicht das Ziel. Was erfolgreichen Tourismus in Bern ausmacht, erklärt Manuela Angst, CEO Bern Welcome, in ihrer Kolumne.

Kaum ein Sommer vergeht, ohne dass über Overtourism diskutiert wird. Rekordzahlen auf der einen Seite, Bilder von überfüllten Innenstädten auf der anderen. Schnell entsteht der Eindruck, touristischer Erfolg lasse sich allein an der Zahl der Gäste messen.
Für Bern gilt ein anderer Massstab: Entscheidend ist nicht, wie viele Gäste kommen, sondern was ihr Aufenthalt bewirkt. Schafft er Wertschöpfung für die lokale Wirtschaft? Stärkt er Gastronomie, Hotellerie, Detailhandel, Kultur und Veranstaltungen? Und gelingt es gleichzeitig, die Lebensqualität der Bevölkerung zu erhalten?

Ein Geschäftsgast, der mehrere Tage in Bern verbringt, an einem Kongress teilnimmt, im Hotel übernachtet und lokale Angebote nutzt, schafft einen nachhaltigen Nutzen.
Tourismus ist dann erfolgreich, wenn Gäste willkommen sind und sich die Bernerinnen und Berner weiterhin in ihrer Stadt wohlfühlen. Bern steht für Qualität statt Hektik, für Gastfreundschaft statt Beliebigkeit und für hohe Lebensqualität. Gerade das macht unsere Stadt attraktiv – für Gäste ebenso wie für die Bevölkerung.
Deshalb sollten wir uns nicht mit Destinationen vergleichen, die längst an ihre Grenzen stossen. Unser Ziel ist ein Tourismus, der wirtschaftlich erfolgreich ist und gleichzeitig den Charakter unserer Stadt bewahrt.
Denn am Ende entscheidet nicht die höchste Gästezahl über den Erfolg, sondern eine Stadt, in der Gäste gerne verweilen – und in der sich die Menschen, die hier leben, weiterhin zuhause fühlen.
Zur Autorin
Manuela Angst ist CEO bei Bern Welcome.








