BärnerBär begleitet ihn: So wird Louis zum Trüffel-Hund

Andrea Bauer
Andrea Bauer

Bern,

Der Malteser-Pudel-Mix Louis entdeckt das Trüffelsuchen für sich. Der BärnerBär begleitet ihn in einer Serie auf dem Weg zum Trüffelhund.

Trüffelhund Louis
Louis wird Trüffelhund. - Dan Zaugg

Louis, der lebhafte Malteser-Pudel-Mix, entdeckt eine neue Leidenschaft: Trüffelsuchen. Mit viel Schnüffeln, noch mehr Leberpaste und fachkundiger Unterstützung von Trainer Claudio Bühlmann, macht sich Louis auf den Weg, ein erfolgreicher Trüffelhund zu werden. Der BärnerBär begleitet ihn dabei.

«Gestatten? Mein Name ist Louis, ich bin ein sehr quirliger Hund, der es liebt, in Bewegung zu sein, gerne auf ausgedehnte schnüffelnde Entdeckungsreisen geht und ebenso gerne neues lernt. Gut, das ist die eine Seite. Andererseits hab ich einfach sehr gerne feine Gudeli. Und diese, das hab ich schnell gemerkt, sind den Menschen recht einfach abzuluchsen.

Ein bisschen um die eigene Achse drehen, ein bisschen Pfötchen geben und schon krieg ich, was ich gern habe! Oder, man versteckt mir die Leckerli irgendwo und ich muss sie finden. Kein Problem! Ich habe schliesslich eine Nase. Und die ist ziemlich gut! Mein Menschen-Mami überlegt sich deshalb immer wieder neue Orte, wo sie mir die Gudeli verstecken könnte.

Louis
Louis entdeckt eine neue Leidenschaft: Trüffelsuchen. - Dan Zaugg

Sie hat letzthin eine Art Teller gekauft, auf welchem man mittels Drücken und Aufschieben Türchen öffnen und die versteckten Leckereien finden kann. Also mal so ganz unter uns: das ist wirklich keine Herausforderung für mich.

Das soll jetzt nicht überheblich klingen, aber ich mach das einfach wahnsinnig gerne. Ach, und seit etwa einer Woche bekomme ich ab und an sogar ein bisschen Leberpaste! Was ich dafür tun muss?

Gaaaanz einfach: an einer kleinen gelben Kugel schnuppern, die nach Trüffel riecht. Und immer, wenn ich das tue, gibt’s einen Schleck dieser herrlichen Paste. Eine grossartige Idee, auch wenn ich nicht genau verstehe, was daran so schwer sein soll, dass ich eine derart feine Belohnung verdient habe.

Aber ehrlich gesagt will ich darüber auch gar nicht allzu lange nachdenken. Solange am Ende wieder irgendwo ein Gudeli, auf mich wartet, bin ich nämlich mit vollem Einsatz dabei.»

Langer Weg

Tatsächlich ist diese Riechübung, die Louis beschreibt, die erste auf seinem Weg zu einem Trüffelsuchhund. Dieser wird, auch wenn Louis das bisher kaum so empfinden mag, noch ziemlich anstrengend sein.

Claudio Bühlmann ist ehemaliger Diensthundeführer und hat auch seinen eigenen Rauhaardackel zu einem fähigen Trüffelhund ausgebildet.

Magst du Trüffel?

«Tatsächlich kann man das mit vielen Hunden machen, die Freude daran haben, etwas zu suchen und zu apportieren und die ausserdem eine gewisse Neugierde und Lernbereitschaft an den Tag legen», erklärt er.

Trüffelhund
Mit viel Schnüffeln und fachkundiger Unterstützung von Trainer Claudio Bühlmann, macht sich Louis auf den Weg zum Trüffelhund. - Dan Zaugg

«Mein Dackel wäre ja ursprünglich für die Jagd vorgesehen. Da ich nicht jage, aber sehr gerne Trüffel esse und ausserdem meinen Hund ausreichend beschäftigen wollte, lag diese Ausbildung nahe!», sagt er mit einem Schmunzeln.

Ausgeprägter Spürsinn

Ebenso geht es Vanessa, der Besitzerin von Louis. «Wir merkten, dass Agility unserem Hund zwar Freude macht, ihn aber nicht sehr fordert. Deshalb waren wir auf der Suche nach etwas Zusätzlichem.»

Auf Claudio als Lehrmeister kamen sie via Instagram und weil auch sie und ihr Partner das schwarze Gold auf dem Teller mögen.

Claudio Bühlmann hat bei einem ersten Kennenlernen sofort erkannt, dass Louis die perfekten Voraussetzungen für eine solche Ausbildung mit sich bringt: vif, lernbegierig und mit ausgeprägtem Spürsinn.

Louis
Louis will ein erfolgreicher Trüffelhund werden. Der BärnerBär begleitet ihn dabei. - Dan Zaugg

Als erste Aufgabe musste sich Louis nun während einer gewissen Zeit täglich mit dem Duft eines schwarzen Trüffels, wie er bei uns zu finden ist, vertraut machen. Damit er diesen Duft mit etwas Positivem verbindet, wird er mit Leberpaste belohnt. Diese wird es fortan nur noch im Zusammenhang mit dem Trüffelgeruch geben.

Louis ist bereits drei Jahre alt. Nicht schon fast zu alt für eine solche Ausbildung? «Ganz und gar nicht», sagt Bühlmann. «Er ist im idealen Alter. Ich würde sagen, bis zum fünften Lebensjahr kann man mit einer Ausbildung beginnen.»

Beginn in der Wohnung

Heute nun trifft sich Claudio Bühlmann mit Vanessa und Louis in deren Zuhause. «Denn bevor man in den Wald geht, wird in der Wohnung geübt. So lange, bis alles richtig gut sitzt und der Hund abgespeichert hat, was er auf den betreffenden Befehl machen muss.»

Denn draussen warten viele Ablenkungen. Der Hund solle genügend Zeit zum Lernen bekommen.

Hundemami
Hundemami Vanessa freuts: Die Spiele, die Louis auf dem Weg zum Trüffelsuchhund absolvieren muss, sorgen bei ihm für höchste Begeisterung und vollen Körpereinsatz! Bitte mehr davon, scheint er zu sagen! - Dan Zaugg

«Oh, es hat geklingelt! Hey, so viel Besuch! Grossartig! Ich liebe das! Ah, Claudio, den hab ich schon mal gesehen, der hat eine Dackelhündin, genau. Unverkennbar ihr Duft an seiner Jeans! … Uh, Achtung, die gelbe Kugel! Und warum wirft Mami sie jetzt weg? Ich muss Sitzen und Warten? Warten? Aber ich kann doch nicht warten, wenn die gelbe Kugel direkt vor mir liegt! Aber gut, wenn’s sein muss … vielleicht gibt’s ja wieder Leberpaste dafür?!»

«Nenne ihm einen Befehl, den du fortan immer in diesem Zusammenhang brauchen wirst. Und dann muss er die Kugel finden und du belohnst ihn sofort mit Leberpaste», weist der Hundetrainer Vanessa an. «Los Louis, gangs ga hole!» ruft sie.

«Na endlich! Wie einfach! Zudem hab ich ja eh gesehen, wohin das Ding gerollt ist! Bitteschön! Mmh … Leberpaste! Was für ein tolles Spiel! Nur weiter so … Ah, ich darf nicht mehr sehen, wohin die Kugel fliegt, sondern muss hinter der Flurecke warten. Ist ja ein netter Versuch, aber für meine Nase absolut keine Herausforderung! Ja ja, versteckt sie nur unter dem Sofa, ich rieche sie auch dort! Aber zugegeben, es ist etwas anstrengender so.»

Zehn Minuten am Tag

Bühlmann ist begeistert. Louis ist ein Hund, der schnell begreift und mühelos lernt. Dennoch dürfe man ihn nicht überfordern. «Zehn Minuten am Tag reichen vorerst. Der Hund muss die Freude und den Spass unbedingt behalten können.»

Natürlich sei es hier in der Wohnung recht einfach, weil keine anderen Gerüche oder Tiere ihn ablenken würden. Die wahre Herausforderung käme erst draussen.

Louis
Louis ist ein Hund, der schnell begreift und mühelos lernt. - Dan Zaugg

«Vor allem wird es dann auch darum gehen, wie man sich beim Trüffelsuchen richtig verhält, sodass die Natur keinen Schaden nimmt», erklärt Bühlmann, der Mitglied der Schweizerischen Trüffelvereinigung ist.

Schweizerische Trüffelvereinigung STV

Das Suchen nach der unterirdisch wachsenden, begehrten schwarzen Knolle nimmt auch bei uns zu. «Allein im Kanton Bern hat es heute eine dreistellige Zahl von Hobby-Trüffelsuchern. Aber die meisten Leute stellen sich das Trüffeln viel zu einfach vor», weiss Bühlmann aus Erfahrung.

Um wichtige Grundlagen, wie beispielsweise auch die Qualität, die kulinarische Bedeutung, das Vorkommen und das exakte Bestimmen zu erlernen, brauche es jahrelange Erfahrung und viel Geduld.

2010 wurde deshalb die Schweizerische Trüffelvereinigung, kurz STV, im bernischen Bremgarten ins Leben gerufen.

Hast du einen Hund?

«Mein ganzes Trüffelwissen habe ich vom STV», erklärt Claudio Bühlmann. Diese Grundlagen seien wichtig, damit auch in Zukunft noch erfolgversprechend nach Trüffeln gesucht werden könne.

Üben, üben, üben

Vorerst also üben Vanessa und Louis weiter ihr vergnügliches Teamspiel, bevor dann die nächste Schwierigkeitsstufe hinzukommt.

Louis
Claudio Bühlmann: «Zehn Minuten am Tag reichen vorerst. Der Hund muss die Freude und den Spass unbedingt behalten können.» - Dan Zaugg

«Schade, offenbar gibt’s heute keine Leberpaste mehr. Aber ja, im Körbchen liegen tut jetzt eigentlich ganz gut. Vermutlich werde ich von gelben Kugeln und Leberpaste träumen …»

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