Coronavirus

    Coronavirus: An Mutation angepasste Impfung wäre schnell modifiziert

    Philip Schären
    Philip Schären

    Bern,

    Die Mutationen des Coronavirus halten die Welt in Atem. Die Impfstoffe könnten schnell angepasst werden, die Macht läge allerdings erneut bei Swissmedic.

    Coronavirus
    Eine israelische Frau bekommt in einem Pflegeheim von einem Freiwilligen der nationalen Hilfsorganisation «Magen David Adom» ihre zweite Impfdosis mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Modifizierung eines Impfstoffes ist nichts Neues.
    • Das Vakzin gegen die saisonale Grippe wird stets verändert.
    • Gegen die bisher Varianten des Coronavirus schützen die entwickelten Impfstoffe.

    Gerade jetzt, als sich die Welt gegen das Coronavirus zu schützen beginnt, verbreiten sich neue, ansteckendere Varianten. Allerdings sind die Vakzine im Kampf gegen die Mutation aus Grossbritannien nicht nutzlos. Im Gegenteil.

    biontech Coronavirus
    Uğur Şahin (l.) und seine Frau Özlem Türeci von Biontech sind die Köpfe hinter der Entdeckung des Biontech-Impfstoffs gegen das Coronavirus. - biontech.de

    Die neue Technologie einiger Impfstoffe, mRNA, ist eine schnell veränderbare Waffe im Kampf gegen verschiedene Virus-Varianten. Auf die Frage, ob er keine Angst hätte wegen der britischen Variante, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin gegenüber dem Spiegel jüngst: «Nicht, was die Wirksamkeit des Impfstoffs angeht.»

    Impfstoff-Hersteller beobachten Entwicklung des Coronavirus

    Denn die Struktur des Coronavirus sei um weniger als ein Prozent verändert, auch wenn Mutationen vorliegen.

    Coronavirus
    Der 80-jährige Max Clapasson aus Altdorf wird als erste Person im Kanton Uri mit dem Impfstoff von Pfizer und Biontech gegen Corona geimpft. - keystone

    Und auch wenn dem nicht mehr so wäre, ein mRNA-Impfstoff ist innert kürzester Zeit modifiziert. «Das alles geht sehr schnell», sagt Sahins Frau und ebenfalls Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci. «Wir könnten die genetische Information für das jetzige Virusantigen einfach durch die neue, mutierte ersetzen.»

    Swissmedic entscheidet über erneute Studie

    Es würde «vielleicht sechs Wochen dauern», zeigt sie sich zuversichtlich. Ins selbe Horn bläst Steve Pascolo, Immunologe und mRNA-Forscher vom Universitätsspital Zürich.

    «mRNA-Impfstoffe sind die flexibelsten, die es gibt», sagt er zur «Neuen Zürcher Zeitung». Die Forscher könnten die mRNA leicht, aber mit grosser Genauigkeit verändern. Laut Pascolo könnte die mRNA der Virus-Mutation entsprechend angepasst werden.

    Coronavirus Swissmedic
    Philippe Girard ist Leiter des Bereichs Bewilligungen bei Swissmedic. - keystone

    Allerdings hätte der veränderte Impfstoff eine weitere Hürde zu nehmen: die Zulassungsbehörde in der Schweiz, Swissmedic.

    Akzeptiert das Heilmittelinstitut den modifizierten Impfstoff aus Sicherheitsbedenken nicht, müssen die Hersteller nochmals über die Bücher. «Dann müsste man noch einmal eine neue Studie mit Zehntausenden Probanden machen», erklärt Türeci.

    Zulassungsbehörden halten sich zurück

    Dass ein Impfstoff verändert wird und ohne komplette Studie zugelassen wird, ist aber nichts Neues: «Die Zulassungsbehörden haben durchaus Erfahrung mit solchen Anpassungen. Wie zum Beispiel beim saisonalen Grippeimpfstoff, der jedes Jahr gegen neue Virusvarianten hergestellt wird.»

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    Der Impfstoff von Biontech und Pfizer. - keystone

    In den USA müsste ein angepasster Impfstoff nicht erneut das ganze Programm durchlaufen. Die aufwändige dritte Phase der klinischen Studien bliebe den Herstellern erspart. Das gaben kürzlich laut der «NZZ» ein Mitarbeiter der FDA sowie der Chefwissenschaftler von Moderna bekannt. Die EMA und die Schweizerische Swissmedic haben sich noch nicht dazu geäussert.

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