Weiterer Hinweis für Einschlag von Raketenteil auf dem Mond
Astronomen der Europäischen Südsternwarte (ESO) haben mögliche Belege für den mutmasslichen Aufprall von Teilen einer SpaceX-Rakete auf dem Mond festgestellt. Mithilfe des «Very Large Telescope» wurden während einer rund fünf bis zehn Minuten andauernden Beobachtung in der Aufprallwolke Spektrallinien von Lithiumgas erkannt, teilte ESO Astronomy auf Facebook mit. Das Lithium könne von der Rakete kommen, hiess es.

Rund anderthalb Jahre nach ihrem Start soll ein Teil einer SpaceX-Rakete Wissenschaftlern zufolge ungeplant auf dem Mond aufgeschlagen sein. Der Aufschlag war für den Mittwochmorgen deutscher Zeit berechnet worden, eine offizielle Bestätigung gab es aber zunächst nicht. Bei dem Raketenteil handelte es sich um die Oberstufe einer «Falcon 9» vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk, mit der im Januar 2025 zwei Lander zum Mond gestartet waren.
Schon vorab hatten SpaceX, die US-Raumfahrtbehörde Nasa und Wissenschaftler wie der US-Astronom Bill Gray vorhergesagt, dass eine Live-Beobachtung des Einschlags wahrscheinlich schwierig werden könnte. Anschliessend könne es Stunden oder sogar Tage dauern, bis ein möglicher Aufschlag bestätigt werden könnte, da dies dann nur beispielsweise mit Hilfe von Sonden möglich wäre, die Fotos von einem möglicherweise entstandenen Krater zur Erde schicken würden. In ein paar Tagen soll beispielsweise die Nasa-Sonde «Lunar Reconnaissance Orbiter» über die erwartete Einschlagstelle fliegen.
Spektrallinien sind eine Art Fingerabdruck eines chemischen Elements. Astronomen können mit Hilfe der eindeutigen Profile chemische Elemente auch im kosmischen Raum bestimmen – in diesem Falle Lithium und Natrium in der durch das Teleskop beobachteten Aufprallwolke. «Das Natrium stammte wahrscheinlich aus dem Mondboden, während das Lithium von der Rakete selbst stammen könnte», hiess es von der ESO. Das Forschungsteam werde weitere Details nach einer vollständigen Analyse bekanntgeben.
Vor rund vier Jahren war erstmals eine ungeplante Kollision eines Raketenteils mit dem Mond bekanntgeworden. Nasa-Wissenschaftler gingen aufgrund von Bildern der Sonde «Lunar Reconnaissance Orbiter» damals davon aus, dass es sich um einen Teil einer alten chinesischen Rakete handelte, wahrscheinlich der Trägerrakete der «Chang'e 5-T1»-Mission, die 2014 von der Erde aus ins All geschossen worden war. China hatte diese Berichte jedoch zurückgewiesen. Geplante Einschläge zu Forschungszwecken hat es in der Vergangenheit auf dem Mond schon mehrfach gegeben.














