Studie

Vor allem Lebensmittelverpackungen vermüllen die Meere

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Grossbritannien,

Plastikflaschen, Snackverpackungen und Tüten gehören an vielen Küsten weltweit inzwischen dazu.

Alltagsmüll belastet die Meere in aller Welt. Aber was schwimmt da eigentlich genau alles? Forscher zeichnen ein recht klares Bild – und haben auch Ratschläge parat. (Archivbild)
Alltagsmüll belastet die Meere in aller Welt. Aber was schwimmt da eigentlich genau alles? Forscher zeichnen ein recht klares Bild – und haben auch Ratschläge parat. (Archivbild) - Keystone/PASCAL BLOCH

Das Wichtigste in Kürze

  • Rund 20 Millionen Tonnen Plastik landen jährlich in der Umwelt.
  • Eine Studie zeigt: Die grössten Verschmutzer der Meere sind Lebensmittelverpackungen.
  • Dahinter folgen Plastiktüten sowie Zigarettenreste.

Pro Jahr landen rund 20 Millionen Tonnen Plastik in der Umwelt. Vom Festland über Flüsse bis in die Meere und Ozeane.

Hier gefährdet der Müll Ökosysteme, belastet Küstenregionen und stellt eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit der Lebewesen dar. Eine im Fachjournal «One Earth» veröffentlichte Studie gibt Aufschluss darüber, was genau die Gewässer vermüllt.

«Wir wissen, dass das Problem riesig ist, aber nicht, welche spezifischen Produkte die Hauptschuldigen auf globaler Ebene sind.» Das erklärt Richard Thompson von der University of Plymouth und Mitautor der Studie.

Ohne dieses Wissen sei es schwierig, konkrete Massnahmen gegen das Müllproblem zu finden. Genau diese Lücke will sein Team schliessen. Für die Analyse hat die internationale Forschungsgruppe mehr als 350 Studien ausgewertet.

Ergebnis ist eindeutig

Man habe Strandmüll in 112 Ländern berücksichtigt, in denen zusammen 86 Prozent der Weltbevölkerung zuhause seien. «So konnten wir die häufigsten Bestandteile des Plastikmülls im Meer identifizieren», erzählt der Experte.

Das Ergebnis ist eindeutig: Die grössten Verschmutzer der Meere sind keine seltenen Industrieabfälle oder Fischernetze, sondern vor allem kurzlebige Einwegprodukte aus dem Alltag. An erster Stelle steht Plastik aus dem Lebensmittel- und Getränkebereich.

In 93 Prozent der untersuchten Länder gehören Lebensmittelverpackungen, Plastikflaschen sowie Verschlüsse und Deckel zu den drei häufigsten Müllarten. Dahinter folgen Plastiktüten mit 39 Prozent sowie Zigarettenreste mit rund 38 Prozent.

Das Team konzentrierte sich auf grössere, eindeutig identifizierbare Kunststoffgegenstände. Mikroplastik, das oft erst durch den Zerfall dieser Produkte entsteht, wurde nicht berücksichtigt.

Ziel der Forschungsgruppe ist es, Erkenntnisse zu den Ursachen der Plastikverschmutzung zu liefern, um diese gezielter angehen zu können. Die Abfallwirtschaft allein sei nicht in der Lage, das Problem zu bewältigen, so die Forschenden.

Hauptquellen der Verschmutzung weltweit ähnlich

Das Team fand heraus, dass sich die Hauptquellen der Verschmutzung weltweit stark ähneln. Unabhängig von der wirtschaftlichen oder geografischen Lage eines Landes.

Einzelne Ausnahmen gibt es dennoch: In der Arktis und Antarktis fand man vergleichsweise häufig Plastikflaschen sowie Angel- und Fischereimaterial. Das liege vermutlich daran, dass in der Region nur wenige Menschen leben. Und dass der besonders schwimmfähige Müll durch Meeresströmungen über grosse Entfernungen bis in die Polarregionen transportiert werde, heisst es.

Gleichzeitig werfen die Autoren ein Schlaglicht darauf, wo politische Massnahmen bereits Wirkung zeigen. Ein Beispiel dafür ist der Gebrauch von Plastiktüten: Besonders in vielen Regionen Asiens und Afrikas sind die dünnen Einwegbeutel stark verbreitet.

Entsorgst du deinen Müll immer ordnungsgemäss?

Gleichzeitig zeigen die Beispiele einzelner Länder, dass politische Massnahmen Wirkung entfalten können: Staaten wie Kenia, Tansania oder Mosambik, die strenge Verbote für Plastiktüten eingeführt haben, verzeichneten deutlich geringere Belastungen.

Gleiches könnte in Zukunft auch für Lebensmittelverpackungen oder Flaschen gelten, so das Team. Mehrwegsysteme, bessere Verpackungsdesigns oder Abgaben auf Einwegprodukte seien mögliche Massnahmen.

«Veränderungen an der Quelle sind unerlässlich, wenn wir die Verschmutzung durch Plastik verhindern wollen», erklärt Susan Jobling. Sie ist Direktorin des Instituts für Umwelt an der Brunel University of London. Nur wenn Produktion und Verbrauch bestimmter Kunststoffe sänken, lasse sich die Plastikflut langfristig eindämmen.

Kommentare

User #6187 (nicht angemeldet)

Wir sind ein Binnenland. Was soll diese Meldung? Ich habe kein schlechtes Gewissen. Was mit meinem Müll passiert, kann ich nicht beeinflussen.

User #2827 (nicht angemeldet)

In vielen Ländern am Meer, wird einfach alles irgendwo hin geschmissen, oder es werden kleine Inseln als Deponien gebraucht. Kommt Wind oder sarker Wellengang, gelangt so vieles ins Meer. Das sind aber oft die Staaten die uns anklagen wegen dem Klima.

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