Prinz Harry vor Millionenforderung nach verlorener Klage
Nach der Niederlage gegen die «Daily Mail» könnte Prinz Harry mit hohen Prozesskosten konfrontiert werden. Nun entscheidet ein Gericht über die Höhe.

Prinz Harry (41) und weitere Prominente stehen nach einer verlorenen Klage gegen britische Boulevardmedien vor einer möglichen Millionenforderung. Die Mediengruppe Associated Newspapers Limited (ANL) verlangt eine höhere Beteiligung an den Prozesskosten.
Die Anwälte des Verlags fordern eine Kostenbeteiligung an einem Verfahren mit Ausgaben von rund 34 Millionen Pfund. Die Summe entspricht etwa 45 Millionen Euro und betrifft die Klage gegen mehrere Titel der Gruppe, wie der «Spiegel» berichtet.
ANL argumentiert, der Prozess sei kein gewöhnlicher Rechtsstreit gewesen. Der Anwalt Antony White sprach laut dem «Kurier» von einem «Frontalangriff» und forderte eine strengere Kostenregelung.
Streit um Vorwürfe gegen die «Daily Mail»
Neben Prinz Harry gehörten auch Musiker Elton John (79), dessen Ehemann David Furnish (63) sowie weitere Persönlichkeiten zu den Klägern. Sie warfen der Mediengruppe unter anderem unrechtmässige Methoden bei der Informationsbeschaffung vor.
Die Vorwürfe umfassten der «FNP» zufolge auch mutmassliche Telefonüberwachung, den Einsatz privater Ermittler sowie den unrechtmässigen Zugriff auf persönliche Daten. Associated Newspapers wies die Anschuldigungen zurück und bestritt die Vorwürfe.
Nach einem mehrwöchigen Verfahren entschied Richter Nicklin, dass die Kläger ihre Behauptungen nicht ausreichend belegen konnten. Das Gericht wies die Klage gegen den Verlag der «Daily Mail» daraufhin zurück.
Prinz Harry und der Streit um mögliche Millionenzahlungen
Die Anwälte von Prinz Harry und den weiteren Klägern betonen hingegen, ihre Mandanten hätten ehrlich und nach bestem Wissen gehandelt. Eine weitreichende Kostenbeteiligung an den hohen Ausgaben der Gegenseite halten sie für unangemessen.
Nach Angaben der «FNP» verfügt die Klägergruppe über eine Versicherung, die Kosten bis zu 16,2 Millionen Pfund abdecken soll. Sollte das Gericht der von ANL beantragten Kostenregelung folgen, könnten weitere Millionenbeträge privat getragen werden müssen.
Associated Newspapers verwies zudem auf öffentliche Aussagen nach dem Urteil. Darin hatten Prinz Harry und weitere Kläger von einer «Vertuschung» gesprochen.
Londoner Gericht entscheidet über mögliche Zahlungen
Der Verlag sieht darin ein Argument für eine höhere Kostenbelastung. Die Anwälte der Kläger widersprechen dieser Darstellung.
Laut dem «Spiegel» erklären sie, die Kostenentscheidung müsse sich auf das Gerichtsverfahren selbst beziehen. Die Reaktionen nach dem Urteil dürften dabei keine entscheidende Rolle spielen.

Das Londoner Gericht berät derzeit über die endgültige Höhe der möglichen Zahlung. Eine schriftliche Entscheidung zur Kostenfrage soll zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.
















