Studie

    Menschen überschätzen Zusammenhänge zwischen Stimmung und Verhalten

    Keystone-SDA
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    Luzern,

    Schlechter Schlaf gleich schlechter Tag? Eine Studie zeigt: Dieser vermeintlich offensichtliche Zusammenhang ist oft schwächer als gedacht.

    Stimmung
    Der Zusammenhang zwischen Stimmung und Verhalten wird oft überschätzt. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Zusammenhang zwischen Stimmung und Verhalten ist teilweise reine Einbildung.
    • Das hält eine Studie von Forschenden der Universität Luzern fest.
    • Das Forschungsteam begleitete dafür 280 Personen über eine Woche hinweg.

    Schlecht geschlafen, furchtbarer Tag? Was wie ein klarer Zusammenhang wirkt, ist teilweise reine Einbildung. Dies zeigten Forschende der Universität Luzern in einer neuen Studie, die am Dienstag publik gemacht wurde.

    In der Psychotherapie verlassen sich Therapeuten oft darauf, dass Patienten im Gespräch oder per Fragebogen zurückblicken und Fragen beantworten wie: «Was beeinflusst Ihre Stimmung?» oder «Wann treten Ihre Symptome auf?»

    Auf diesen rückblickenden Angaben bauen oft Diagnosen und Behandlungspläne auf. Der Haken dabei: Menschliche Erinnerungen verzerren die Realität.

    280 Personen wurden begleitet

    Um dieses Phänomen genauer zu untersuchen, begleitete das Forschungsteam 280 Personen über eine Woche hinweg: 118 Menschen mit einer Depression, 47 mit sozialer Phobie sowie 115 psychisch gesunde Kontrollpersonen.

    Sechsmal täglich protokollierten die Teilnehmenden per Smartphone in Echtzeit ihre aktuellen Stimmungen, Symptome und Erlebnisse.

    Am Ende der Woche schätzten sie rückblickend ein, wie stark diese Faktoren ihrer Meinung nach zusammenhingen.

    Der Abgleich offenbarte deutliche Abweichungen: Im Rückblick berichteten die Probanden von engen Verknüpfungen. Etwa zwischen schlechter Schlafqualität und negativer Stimmung, die sich in den alltäglichen Live-Daten in diesem Ausmass gar nicht wiederfanden.

    Bei Personen mit einer Depression war diese Kluft am grössten.

    Wirkt sich schlechter Schlaf auf dein Verhalten aus?

    Die Forschenden erklären dieses Phänomen damit, dass Menschen beim Rückblick nicht auf konkrete Einzelmomente zugreifen. Stattdessen schalten sich intuitive Glaubenssätze ein – beispielsweise die unbewusste Annahme, dass Stress unweigerlich zu schlechter Laune führen muss.

    Für die klinische Praxis plädieren die Forschenden dafür, Smartphone-Echtzeitdaten und persönliche Rückblicke zu kombinieren. Dies, um solche Denkfehler aufzudecken und Behandlungen präziser abzustimmen.

    Kommentare

    User #3926 (nicht angemeldet)

    Wenn ich jeweils nach meinen Stimmungen ungestptraft handeln dürfte, wären viele Probleme gelöst! Aber eben!

    User #5628 (nicht angemeldet)

    Ja, wir auch ! Das ist eine SEHR BEDÜRFTIGE AUSSAGE

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