Präparate, in denen sich Vitamin B12 befindet, sind oftmals überdosiert. Dies hat das Fachmagazin «Öko-Test» herausgefunden.
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Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B12 sind vor allem bei einer veganen oder vegetarischen Ernährung wichtig, aber vielmals auch überdosiert. - Christin Klose/dpa-tmn
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Das Wichtigste in Kürze

  • Menschen, die sich vegan ernähren, brauchen oft Vitamin B12-Präparate.
  • «Öko-Test» zeigt jetzt, dass diese Präparate meistens eine unnötig hohe Dosis beinhalten.
  • Der geschätzte Tagesbedarf wird bei den meisten Präparaten bei Weitem übertroffen.

Vitamin B12-Präparate sind oftmals unnötig hoch dosiert. Die Zeitschrift «Öko-Test» hat dies herausgefunden.

Die Produkte sind oft in Form von Brausetabletten, Kapseln, Ampullen oder Granulat im Handel erhältlich. Eine Untersuchung aus der Fachzeitschrift «Öko-Test» (Ausgabe 2/2023) zeigt aber nun, dass viele dieser Produkte unnötig hoch dosiert sind.

Wer sollte Vitamin B12 als Präparat zu sich nehmen?

Eine Nahrungsergänzung mit Vitamin B12 braucht es, wenn man sich vegan oder streng vegetarisch ernährt. Denn wer komplett oder überwiegend pflanzlich isst, hat es schwer, seinen Bedarf zu decken.

Zwar enthalten laut «Öko-Test» zum Beispiel Sauerkraut oder fermentierter Soja geringe Mengen an B12. Die wirklich ergiebigen Quellen sind aber tierischer Natur – Fleisch, Eier, Fisch und Milchprodukte. Unser Körper braucht den Nährstoff für die Zellteilung und die Funktion des Nervensystems. Ein Mangel kann etwa zu Blutarmut und Nervenschäden führen.

Was fiel «Öko-Test» auf?

29 Produkte hat «Öko-Test» untersucht. Dabei wurde unter die Lupe genommen, wie hoch die von den Herstellern selbst empfohlenen Tageshöchstdosis an Vitamin B12 ist.

Jugendliche und Erwachsene haben einen geschätzten Tagesbedarf von vier Mikrogramm Vitamin B12. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt als Höchstdosis 25 Mikrogramm pro Tag.

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Vitamin B12. - depositphotos

Die meisten Präparate im Test übertreffen diesen Wert bei Weitem. Ein Produkt kommt sogar auf 2000 Mikrogramm. «Öko-Test» spricht von einer «teils extremen» Überdosierung.

Das Motto «Viel hilft viel» gilt bei Vitamin B12 aber nicht: Der Körper scheidet aus, was er nicht aufnehmen kann – als «teuren Urin», wie die Tester schreiben. Dennoch benutzen viele Hersteller die Kennzeichnung «hoch dosiert» als Verkaufsargument für ihre Präparate.

Wie lässt sich ein passendes Produkt finden?

Laut «Öko-Test» enthalten einige Produkte die tierischen Bestandteile Laktose und Gelatine. Wer darauf verzichten will, prüft, ob das Präparat als vegan gekennzeichnet ist.

Und ohnehin gilt: Für die Diagnose und Behandlung eines Vitamin-B12-Mangels sollte man sich einen Arzt oder eine Ärztin mit ins Boot holen. Ernährt man sich vegan oder vegetarisch, lässt man seinen B12-Spiegel am besten einmal im Jahr checken.

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