80 Jahre nach dem Massaker deutscher Besatzer an mehr als 30.000 Juden in der Schlucht von Babyn Jar bei Kiew haben die Menschen in der Ukraine an das NS-Verbrechen erinnert.
Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj in Babyn Jar
Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj in Babyn Jar - UKRAINE PRESIDENCY/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Performance-Künstlerin Marina Abramovic plant Enthüllung von Gedenk-Installation.

Die Tragödie von Babyn Jar dürfe «sich nicht wiederholen», sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der selbst jüdischer Abstammung ist, bei einer Zeremonie vor Ort am Mittwoch. «Nicht in der Ukraine, nicht irgendwo anders in Europa, nirgends in der Welt.»

Am 29. und 30. September 1941 hatten SS-Kommandos wenige Wochen nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion in Babyn Jar mehr als 33.000 Kinder, Frauen und Männer ermordet. Bis 1943 wurden in dem Tal bis zu 100.000 Menschen getötet, darunter Juden, Roma und sowjetische Kriegsgefangene.

Im Mai war an dem Ort der Holocaust-Gedenkstätte Babyn Jar eine symbolische, hölzerne Synagoge in Form eines Buches enthüllt worden. In der kommenden Woche ist die Eröffnung einer Installation der serbischen Performance-Künstlerin Marina Abramovic geplant. Ihre «Klagemauer aus Kristall» soll aus einer 40 Meter langen schwarzen Wand bestehen, in die 75 grosse Quarzkristalle eingelassen wurden.

Für Empörung sorgen hingegen Pläne des russischen Filmemachers Ilya Chrschanowski. Weil er in einer weiteren geplanten Gedenkstätte das Massaker sowohl aus der Rolle der Getöteten wie aus der der Täter erfahrbar machen will, wird ihm vorgeworfen, ein «Holocaust-Disneyland» schaffen zu wollen.