Wollte Thailand Kambodscha mit Abriss von Statue provozieren?

Nikolaus Führmann
Nikolaus Führmann

Kambodscha,

Mit dem Abriss einer Statue der hinduistischen Gottheit Vishnu im kambodschanischen Grenzgebiet durch thailändische Soldaten erhält der Konflikt neues Futter.

Brücke Zerstörung Thailand Kambodscha
Im Grenzgebiet zwischen Kambodscha und Thailand kam es zuletzt vermehrt zu Aggressionen. (Archivbild) - Keystone

Hochrangige Vertreter von Thailand und Kambodscha verhandeln erneut über eine Waffenruhe in der Grenzregion. Zuletzt hatten die diplomatischen Spannungen nach mehreren Vorfällen wieder an Fahrt aufgenommen.

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Unter anderem hatten thailändische Soldaten eine Statue der hinduistischen Gottheit Vishnu entfernt. Nach Informationen von «Reuters» lag die 2014 errichtete Statue auf kambodschanischem Territorium in der Nähe des Preah-Vihear-Tempels.

Thailand weist Kritik zurück

Das thailändische Verteidigungsministerium erklärte laut «BBC», der Abriss sei aus «Sicherheits- und Verwaltungsgründen» erfolgt, um unklare Zuständigkeiten zu klären. Kambodscha hingegen bezeichnete den Vorfall als «Verletzung der Souveränität» und rief internationale Vermittler zu einer Untersuchung auf.

Die Regierung von Kambodscha verlangte laut «Al Jazeera» eine offizielle Entschuldigung und den Wiederaufbau der Statue. Auch das indische Aussenministerium kritisierte die Zerstörung scharf und sprach von einer Handlung, die die Gefühle gläubiger Hindus weltweit verletze.

Thailand Kambodscha Statue Abriss
Auch auf Social Media herrscht Empörung über den Abriss der kambodschanischen Statue durch Thailand. - x.com/@mytianziyu24

Kambodschas Premier betonte, die Angelegenheit vor die Unesco zu bringen, da der Vorfall in unmittelbarer Nähe des geschützten Tempelareals stattfand. In Thailand riefen buddhistische Mönche derweil zu Zurückhaltung und gegenseitigem Respekt auf, wie die «Bangkok Post» berichtete.

Dialog soll fortgesetzt werden

Beobachter verweisen laut «BBC» auf mögliche Auswirkungen auf den Grenzhandel und den Tourismus zwischen den beiden Ländern. Der bilaterale Handel belief sich 2024 auf rund 9,8 Milliarden US-Dollar (etwa 8,5 Milliarden Franken).

Beide Staaten bekräftigten laut «Reuters» zuletzt, den Dialog fortsetzen zu wollen, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Allerdings bleibt unklar, ob die diplomatischen Bemühungen eine nachhaltige Lösung für die laufenden Spannungen zwischen Thailand und Kambodscha ermöglichen werden.

Kommentare

User #5074 (nicht angemeldet)

Ein Krieg bringt beiden Ländern nichts ausser hohen Kosten. Die Investoren bleiben weg und auch die zahlungskräftigen Touristen. Ausländer verlassen schon beide Länder. Diese kommen nicht so schnell wieder. Neues Vertrauen aufzubauen braucht meistens viel Zeit. Dieser Zwischenfall von thailändischer Seite war jetzt wirklich nicht nötig und schadet nur dem Ansehen des Landes. Mindestens ein tiefes Bedauern von Seiten der thailändischen Regierung wäre angebracht. Hehehe. LOL.

User #5240 (nicht angemeldet)

Überall auf der Welt nur noch Kindergarten! Man könnte denken, die Covid Impfung war eine Verblödungsspritze!

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