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    Studie zeigt: Evakuierung aus Flugzeugen dauert zu lange

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA, Nicolas Eggen

    USA,

    Die Evakuierung aus einem Flugzeug soll maximal 90 Sekunden dauern. Der steigende Anteil älterer Passagiere erschwert laut einer Studie dieses Ziel.

    Flug
    Evakuierungen dauern zu lange, zeigt eine neue Studie. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Laut einer Studie dauert die Evakuierung von Flugzeugen zu lange.
    • Grund ist die steigende Zahl der Seniorinnen und Senioren, die mit dem Flugzeug reisen.

    Die Alterung der Gesellschaft hat auch Auswirkungen auf die Rettung von Menschen aus Flugzeugen. Die Dauer von Evakuierungen aus Flugzeugen steige mit dem Alter der Fluggäste, schreibt ein Forschungsteam in der Fachzeitschrift «AIP Advances».

    Demnach sind die international vorgegebenen Evakuierungszeiten bei einem hohen Anteil älterer Passagiere zurzeit kaum einzuhalten.

    Gemäss der US-Luftfahrtbehörde FAA muss ein Flugzeug im Notfall innerhalb von 90 Sekunden vollständig geräumt sein. Daran orientiert sich auch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA).

    Die aktuelle Studie zeigt jedoch: Dieses Ziel unter realistischen Bedingungen mit Senioren an Bord wurde in keinem von 27 simulierten Szenarien erreicht.

    Selbst im günstigsten Fall benötigten die Passagiere 141 Sekunden, um ein Flugzeug zu verlassen und den Boden zu erreichen. Also fast eine Minute länger als die behördliche Vorgabe.

    Senioren bewegen sich zu langsam

    Die Wissenschaftler um Chenyang Zhang von der kanadischen Universität Calgary hatten die Räumung eines Airbus A320 untersucht. Also eines der weltweit am häufigsten eingesetzten Flugzeugtypen.

    Als Grundlage diente ein Szenario mit einem Brand beider Triebwerke. In einem solchen Fall sind die Notausstiege direkt über den Tragflächen unpassierbar. Es stehen lediglich die vier Ausgänge im vorderen und hinteren Bereich der Kabine zur Verfügung.

    Für die Studie nutzten die Forscher computergestützte Modelle und eine branchenübliche Simulationssoftware, um das menschliche Bewegungsverhalten in der Kabine abzubilden.

    Dabei wurden drei verschiedene Kabinen-Layouts mit drei unterschiedlichen Anteilen von Passagieren über 60 Jahren kombiniert. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sowohl der prozentuale Anteil der Senioren als auch deren genaue Sitzverteilung die Rettungsdauer deutlich beeinflussen.

    Braucht es eine Obergrenze für betagte Passagiere im Flugzeug?

    Die Verzögerungen erklären sich der Studie zufolge aus den körperlichen und geistigen Besonderheiten älterer Menschen. In den Simulationen wurde für Senioren eine deutlich geringere Gehgeschwindigkeit angesetzt.

    Zudem könnten kognitive Beeinträchtigungen im Alter das Situationsbewusstsein schmälern und die Entscheidungsfindung in Stresssituationen verlangsamen. Auch eine nachlassende Feinmotorik kann demnach das Verlassen der Sitze erschweren.

    Die längste Evakuierungszeit wurde mit 218,5 Sekunden in einer dicht bestuhlten Kabine mit 80 Prozent älteren Passagieren gemessen.

    Senioren neben den Notausgängen platzieren

    Um die genannten Risiken zu minimieren, schlagen die Autoren verschiedene Massnahmen vor: So könnten Fluggesellschaften ältere Passagiere gezielt in der Nähe der Ausgänge platzieren.

    Oder die Kabinenarchitektur durch breitere Gänge und optimierte Haltemöglichkeiten anpassen. Zudem könnten spezielle Sicherheitseinweisungen für Senioren helfen, die Reaktionszeit im Ernstfall zu verkürzen.

    Die Forschenden räumen ein, dass auch Kinder, Kleinkinder und schwangere Frauen die Evakuierungszeit verlängern könnten. Das wollen sie künftig gezielt untersuchen.

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    Kommentare

    User #5322 (nicht angemeldet)

    In der realen Situation, sieht man immer wieder Leute, die bei einer Evakuation, ihr Gepäck mitschleppen. Wurde auch dieser Faktor angeschaut ?

    User #5036 (nicht angemeldet)

    Die sollten auch die Jungen studieren, die kleben an ihrem Handy und schauen nicht auf, müssen erst noch eine Selfie machen und alles posten, bevor sie anfangen zu reklamieren, wieso das Kabinenpersonal sie nicht persönlich aus dem Flugzeug begleitet.

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