Demenz kann laut ARIC-Studie durch drei Risiken früher auftreten
Demenz muss nicht zwangsläufig früh auftreten. Drei Risikofaktoren in der Lebensmitte können die Zahl demenzfreier Jahre deutlich beeinflussen.

Demenz ist vor allem eine Erkrankung des höheren Alters. Doch bereits in der Lebensmitte können bestimmte Risikofaktoren die späteren demenzfreien Jahre beeinflussen.
Eine neue Auswertung der US-amerikanischen ARIC-Langzeitstudie untersucht deshalb drei beeinflussbare Risikofaktoren. Im Mittelpunkt stehen Bluthochdruck, Diabetes und aktueller Tabakkonsum.
Für die Untersuchung wurden Daten von 12'409 Frauen und Männern ausgewertet. Zu Studienbeginn waren die Teilnehmenden durchschnittlich 56 Jahre alt und hatten keine Demenz, berichtet der «Focus».
Bis zu 12,6 demenzfreie Jahre Unterschied
Über durchschnittlich 26,3 Jahre entwickelten 3008 Personen eine Demenz. Die Forschenden verglichen anschliessend die demenzfreie Lebenszeit von Menschen mit unterschiedlich vielen Risikofaktoren.
Teilnehmende ohne Bluthochdruck, Diabetes und aktuellen Tabakkonsum konnten zwischen 55 und 95 Jahren statistisch 30,1 demenzfreie Jahre erwarten. Bei einem Risikofaktor waren es 26,3 Jahre, bei zwei Faktoren noch 21,0 Jahre.
Waren alle drei Risikofaktoren vorhanden, sank die statistisch erwartete demenzfreie Lebenszeit auf 17,5 Jahre. Zwischen den beiden Gruppen mit den günstigsten und ungünstigsten Voraussetzungen lagen damit 12,6 Jahre, wie das «NTV» schreibt.
Demenz: Risiko steigt mit jedem weiteren Faktor
Auch die statistische Gefährdungsrate für Demenz stieg mit jedem zusätzlichen Risikofaktor. Bei allen drei Belastungen lag sie dem «Focus» zufolge 2,69-mal höher als bei Menschen ohne diese Faktoren.
Die Zahlen lassen sich allerdings nicht eins zu eins auf einzelne Menschen übertragen. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich daraus kein sicherer Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ableiten.
Bluthochdruck kann über Jahre unbemerkt bleiben und dabei Gefässe schädigen. Laut dem «Tagesspiegel» können unter anderem regelmässige Bewegung, weniger Salz, Gewichtsreduktion und Rauchverzicht dazu beitragen, erhöhte Werte zu vermeiden.
Blutdruck und Rauchen beeinflussen das Demenzrisiko
Auch beim Blutdruck gilt nicht für jeden Menschen derselbe Zielwert. Welche Werte angestrebt werden sollten, hängt unter anderem vom Gesundheitszustand und weiteren Risikofaktoren ab.
Tabakkonsum gehört ebenfalls zu den untersuchten Belastungen. Rauchen erhöht unter anderem das Risiko für Gefässerkrankungen und kann dadurch auch die Gesundheit des Gehirns beeinträchtigen.

Ein Rauchstopp kann sich auch in der Lebensmitte noch lohnen. Je nach Alter und Gesundheitszustand kann sich das Schlaganfallrisiko nach dem Aufhören langfristig wieder dem Niveau von Nichtrauchenden annähern.
Diabetes frühzeitig erkennen
Der dritte Faktor ist Diabetes. Über längere Zeit erhöhte Blutzuckerwerte können verschiedene gesundheitliche Komplikationen begünstigen und stehen ebenfalls mit einem erhöhten Demenzrisiko in Verbindung.
Für die Beurteilung des längerfristigen Blutzuckerspiegels wird unter anderem der HbA1c-Wert herangezogen. Ab 6,5 Prozent gilt Diabetes als diagnostiziert, niedrigere Werte können auf eine Vorstufe hinweisen.
Die Forschenden betonen, dass Prävention vor allem zusätzliche Jahre ohne kognitive Einschränkungen ermöglichen könnte. Auch Peter Berlit von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie betont laut dem «Tagesspiegel» die Bedeutung früher Prävention.
















