Studie: Klimaskeptiker finden auf Social Media besonders viel Gehör
Soziale Medien öffnen die Klimadebatte nur teilweise. Etablierte Akteure bleiben stark, während Skeptiker überproportional sichtbar werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Soziale Medien demokratisieren die Klimadebatte nur teilweise.
- Etablierte Akteure prägen die Online-Debatte weiterhin stark.
- Klimaskeptische Stimmen erhalten überproportional viel Sichtbarkeit.
Soziale Medien haben die Debatte über den Klimawandel nur teilweise demokratisiert. Etablierte Akteure dominieren weiterhin, und klimaskeptische Stimmen gewinnen überproportional an Sichtbarkeit, wie eine Studie der Universitäten Zürich und Münster zeigt.
Forscher der Universitäten Zürich und Münster werteten für ihre Übersichtsarbeit die internationale Forschungsliteratur zur Klimakommunikation in sozialen Medien aus. Dies teilte die Universität Zürich (UZH) am Dienstag mit.
Die in der Fachzeitschrift «Nature Climate Change» erschienene Analyse umfasste globale Plattformen wie X und TikTok sowie regional dominante Netzwerke.
Etablierte Akteure prägen Klimadebatte weiter
Die Hoffnung, soziale Medien könnten durch niedrige Zugangshürden die Klimakommunikation demokratisieren, erfüllte sich nur teilweise.
Frühe Studien bestätigten laut den Forschenden zunächst, dass zivilgesellschaftliche Bewegungen und Bürgerinnen und Bürger mehr Gehör fanden.
Über die Zeit habe sich jedoch gezeigt: Etablierte wie politische Akteure, staatliche Stellen und klassische Medien prägen die Debatte weiterhin stark.
Unter den nicht-etablierten Stimmen gewannen zudem häufig klimaskeptische Akteure überproportional an Sichtbarkeit.
Echokammern entstehen zwischen Plattformen
Eine neuere Entwicklung ist laut den Forscherinnen und Forschern die zunehmende Trennung der Debatten zwischen verschiedenen Plattformen.
Früher untersuchte die Forschung Echokammern, in denen Menschen vor allem auf Gleichgesinnte stossen, innerhalb einzelner Netzwerke.
Unter anderem durch den Aufstieg alternativer Angebote wie Truth Social kommt es aber zunehmend zu Echokammern zwischen verschiedenen Plattformen.
Nutzende bewegten sich dann in getrennten Welten, was eine gemeinsame gesellschaftliche Verständigung über den Klimawandel erschwere, heisst es.
Nutzende überschätzen ihr Klimawissen
Insgesamt machen Klimainhalte nur einen kleinen Teil der Kommunikation in sozialen Medien aus. Personen mit geringem Interesse am Thema würden seltener damit konfrontiert als früher durch klassische Medien.
Ob soziale Medien das Wissen über den Klimawandel förderten, sei unklar, da Studienergebnisse kein einheitliches Bild zeichneten. Es gebe aber Hinweise darauf, dass Social-Media-Nutzende ihr eigenes Wissen zum Thema eher überschätzten.















