Passagiere gehen acht Stunden vor Abflug an US-Airport
Reisende gehen bis acht Stunden vor Abflug an den Flughafen Houston. Wegen des Budgetstreits müssen sie vor der Sicherheitskontrolle vier Stunden anstehen.

Das Wichtigste in Kürze
- Weil die TSA-Agenten nicht bezahlt werden, herrscht an US-Flughäfen Chaos.
- Einige Reisende kommen deswegen acht Stunden vor Abflug an.
- Einige TSA-Agenten fahren Uber, bitten die Familie um Geld oder verkaufen ihr Blut.
Weil die US-Politiker um den Bundeshaushalt streiten, werden die Sicherheitsangestellten der Flughäfen seit Wochen nicht bezahlt. Viele gehen deswegen nicht zur Arbeit, an den Airports kommt es zu stundenlangen Wartezeiten. Wie extrem die Situation ist, zeigt der Flughafen in Houston.
Dort müssen sich die Fluggäste vor den Sicherheitskontrollen bis zu vier Stunden gedulden. Die Warteschlangen ziehen sich durch den gesamten Flughafen. Wie «CNN» berichtet, kommen viele Reisende bereits acht Stunden vor Abflug am Airport an, um den Flug nicht zu verpassen. Sie erwarteten «einen Albtraum».
Grund dafür ist, dass 40 Prozent der Angestellten der Transport Security Administration (TSA) nicht zur Arbeit kommen. Nur die Hälfte der Sicherheitsschalter kann geöffnet werden.
Die US-Flughäfen raten den Passagieren im Normalfall, zwei Stunden vor Inlandsflügen und drei Stunden vor internationalen Flügen da zu sein. Einige haben nun die Empfehlung gemäss «NBC» angepasst – auf teils bis vier Stunden.
Derweil konnte sich der US-Senat auf eine Teilfinanzierung des Heimatschutzministeriums, dem auch die TSA angehört, einigen. Das Repräsentantenhaus lehnte den Gesetzesentwurf aber ab. Damit bleibt ein Ende des Chaos weiterhin nicht absehbar.

Donald Trump pocht auf eine Einigung. Zudem hat er letzte Woche ICE-Agenten an die Flughäfen geschickt. Diese können aber nur sehr bedingt bei der Abwicklung der Sicherheitskontrollen helfen, da die entsprechende Ausbildung fehlt.
Während die Reisenden während der Frühlingsferien viel Geduld mitbringen müssen, sind die TSA-Agenten die wahren Leidtragenden des Streits der Politiker. Bereits während des 43-tägigen Shutdowns im Vorjahr wurden sie nicht bezahlt. Und davon haben sich noch nicht alle erholt.
Uber fahren oder Blut verkaufen
Gegenüber «NBC» berichten einige TSA-Agenten von ihren Problemen und den Lösungen. Er könne keinen Nebenjob ausführen, sagt einer. Deshalb habe er seine Familie um Geld bitten müssen. Es sei «demoralisierend», dass er bei seiner Schwester um Geld habe «betteln» müssen.
Und auch die Schwester habe finanzielle Probleme, da ihr Ehemann ebenfalls bei der TSA arbeite. Sie müsse zur Tafel gehen, um Säuglingsnahrung und Windeln für ihr Baby zu haben.
Gewerkschaftler Devin Rayford erzählt, dass einem TSA-Agenten mit dem Rauswurf aus seiner Wohnung gedroht werde. Denn er könne im Moment keine Miete bezahlen. Zahlreiche Angestellte versuchten, als Uber-Fahrer über die Runden zu kommen. Andere gehen sogar noch weiter und verkaufen ihr Blut.
















