Studie: Um Schlaganfall vorzubeugen, musst du zum Zahnarzt
Karies erhöhen die Gefahr für das Auftreten eines Schlaganfalls dramatisch. Das hat eine neue US-Studie gezeigt.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Schlaganfall-Risiko steigt bei Personen mit Karies. Das zeigt eine neue Studie.
- Auch Zahnfleischentzündungen erhöhen das Risiko.
- Gute Zahnpflege lohnt sich also doppelt.
Wer das Schlaganfall-Risiko senken will, sollte die Zahnpflege nicht vernachlässigen: Das Schlaganfall-Risiko steigt bei Personen mit Karies. Das zeigt eine neue Studie.
Souvik Sen von der Neurologischen Abteilung der Universität Columbia und die Co-Autoren haben ihre Untersuchung in der Fachzeitschrift «Neurology» veröffentlicht.
Schlaganfall-Prophylaxe sollte demnach bei weitem nicht nur Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie etwa Bluthochdruck und Cholesterin umfassen, sondern auch zum Zahnarzt führen.
Neben Karies wiesen die Forschenden die negativen Effekte auch für die sogenannte Parodontis, eine chronische Entzündung des Zahnfleisches, nach.
Resultate eindeutig: Schlechte Zahnpflege erhöht Schlaganfall-Risiko
Die Experten werteten die Daten von rund 6000 Probandinnen und Probanden aus. Diese waren zwischen 1996 und 1998 auch zahnmedizinisch untersucht worden.
Es waren gesunde Personen. Im Mittel wurden sie 21 Jahre lang auf Schlaganfälle und Herzinfarkte beobachtet.
Rund 3000 dieser Personen litten an Parodontitis ohne Karies, rund 1200 an Parodontitis plus Karies. Den restlichen Personen war eine gute Zahngesundheit attestiert worden.
Die Resultate waren eindeutig. Im Beobachtungszeitraum erlitten 4,1 Prozent der Personen mit guter Zahngesundheit einen sogenannten ischämischen Schlaganfall.
Diese Art von Schlaganfall entsteht durch eine plötzliche Minderdurchblutung des Gehirns, meist verursacht durch ein Blutgerinnsel, das ein Gefäss verschliesst.
Alleinige Parodontitis steigerte diese Gefährdung auf 6,9 Prozent. Parodontitis plus Karies führten zu einer Häufigkeit solcher schwerwiegender neurologischer Akuterkrankungen von zehn Prozent.
Als die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der statistischen Analyse alle möglichen Störfaktoren ausglichen: Da war Parodontitis plus Karies mit einem um 86 Prozent erhöhten Risiko für einen Schlaganfall verbunden.
Schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse traten insgesamt um 36 Prozent häufiger auf.
«Regelmässige Zahnpflege war mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für Parodontitis (-19 Prozent) und für Parodontitis plus Karies (-81 Prozent) verbunden.» Das stellten die Autoren in der Studie fest.





















