Sport-Studie enthüllt: Schweizer Rekruten sind immer weniger fit
Die Schweizer Rekruten erzielen beim Sporttest immer weniger Punkte. Auch Corona hat einen Einfluss darauf.

Das Wichtigste in Kürze
- Seit 2006 ist die Punktezahl, die Rekruten beim Sporttest erzielen, abgenommen.
- Gleichzeitig schätzen sich immer mehr junge Männer als «trainiert» ein.
- Bei den Rekrutinnen hingegen steigt die Punkteanzahl.
Die Fitness von Stellungspflichtigen nimmt seit Jahren ab. Während Schweizer Rekruten ihre sportliche Leistung eher überschätzten, zeigte sich bei freiwillig Dienst leistenden Frauen ein umgekehrter Trend. Dies enthüllt eine neue Langzeitstudie des Bundesamts für Sport (Baspo).
Eine Langzeitstudie hat die Fitness von rund 700'000 Stellungspflichtigen und freiwilligen Frauen im Zeitraum zwischen 2006 und 2024 untersucht.
Die Studie wurde von der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen in Zusammenarbeit mit der Armee und der Universität Zürich durchgeführt. Ihre Resultate wurden im wissenschaftlichen Fachjournal «BMJ Open» publiziert.
Die Ergebnisse zeigen bei den jungen Männern einen leichten, aber stetigen Rückgang der körperlichen Leistungsfähigkeit. Konkret sank die durchschnittliche Punktzahl der Männer im Fitnesstest der Armee (FTA) von 74,2 auf 70,4 Punkte. Der Anteil derer, die sich selbst als «trainiert» einstuften, stieg hingegen von 40 auf 56 Prozent.
Steigendes Alter und Pandemie als Faktoren
Die Forschenden erklären diesen Widerspruch damit, dass Menschen bei Befragungen zu Überschätzungen neigen. Einen Teil des Rückgangs führten sie zudem auf strukturelle Gründe, wie das steigende Rekrutierungsalter und die Bewegungseinschränkungen während Corona zurück.
Der Fitnesstest der Armee umfasst die fünf Übungen Standweitsprung, Medizinballstoss, Rumpfkrafttest, Einbeinstand und Ausdauerlauf. Diese Fähigkeiten würden die heute beliebten Sportarten oft nicht spezifisch genug trainieren.
Das Gegenteil beobachteten die Forschenden bei den Frauen, die sich freiwillig für den Militärdienst meldeten. Ihre durchschnittliche Punktzahl im Fitnesstest verbesserte sich im Untersuchungszeitraum von 45,4 auf 49,9 Punkte. Auch ihr Anteil an als «trainiert» eingestuften Personen nahm von 50 auf 64 Prozent zu.
Die Studienautoren weisen jedoch darauf hin, dass es sich hierbei um eine selektierte und tendenziell sportlich motivierte Gruppe handle.

















