Bakterien

Mukoviszidose: Neuer Ansatz soll Bakterien aus Atemwegen fernhalten

Keystone-SDA
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Genève,

Ein Genfer Forschungsteam hat einen möglichen neuen Ansatz gefunden, um Menschen mit Mukoviszidose besser vor schweren Lungeninfektionen zu schützen. Sie konnten in einem Zellmodell die Schutzbarriere der Atemwege wiederherstellen.

therapie Mukoviszidose
Dauerhusten ist eine der mögliche Folgen von Mukoviszidose. (Symbolbild) - pixabay

So konnten sie die Ansiedlung von Bakterien deutlich verringern, wie die Universität Genf am Dienstag mitteilte.

Mukoviszidose, auch zystische Fibrose genannt, ist eine seltene Erbkrankheit. Bei den Betroffenen sind unter anderem die Atemwege geschädigt. Die Folge sind zäher Schleim in der Lunge und eine erhöhte Anfälligkeit für bakterielle Infektionen. Trotz grosser Fortschritte bei der Behandlung bleiben wiederkehrende und chronische Lungeninfektionen für viele Patientinnen und Patienten ein grosses Problem.

Die Genfer Forschenden untersuchten, warum sich Bakterien besonders leicht an den Atemwegen von Menschen mit Mukoviszidose anheften können. Dabei stiessen sie auf das Protein Connexin 43.

Dieses Protein hilft normalerweise dabei, dass Zellen miteinander kommunizieren. In den Atemwegen sollte es vor allem dann aktiv werden, wenn sich Zellen erneuern. Bei Mukoviszidose bleibt Connexin 43 jedoch offenbar dauerhaft aktiviert.

Das bringt die Organisation der Zellen durcheinander. Sie verlieren ihre normale Ausrichtung, und die Struktur des Gewebes wird zunehmend instabil. Gleichzeitig entstehen auf der Oberfläche der Atemwegszellen spezielle Stellen, an denen sich Bakterien besonders gut festsetzen können.

Die Forschenden arbeiteten mit dreidimensionalen Modellen aus menschlichen Lungenzellen. Mit einem kleinen Molekül, einem sogenannten Peptid, konnten sie die übermässige Aktivität von Connexin 43 blockieren. Dadurch normalisierte sich die Anordnung der Zellen, und es entstanden weniger Haftstellen für Bakterien.

Die Ergebnisse könnten laut der Universität langfristig zu einer zusätzlichen Behandlungsmöglichkeit für Menschen mit Mukoviszidose führen.

Die Forschenden betonen allerdings, dass es sich zunächst um Ergebnisse aus Zell- und 3D-Modellen handelt. Bis daraus eine Behandlung für Patientinnen und Patienten werden kann, sind weitere Untersuchungen und klinische Studien notwendig.

Die Studie der Universität Genf wurde im Fachjournal Communications Biology veröffentlicht.

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