Deutscher Buchpreis ohne Schreibende aus der Schweiz

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    Der Deutsche Buchpreis ist in diesem Jahr mit einer Ausnahme geprägt von Autorinnen, die aus Deutschland kommen. Das zeigt die Shortlist, die am Dienstag bekannt wurde. Der Berner Autor Giuliano Musio hatte es noch in die Vorauswahl geschafft, ist nun aber nicht mehr dabei.

    Deutscher Buchpreis
    Heuer sind am Deutschen Buchpreis keine Schweizerinnen und Schweizer Autoren vertreten. - keystone

    Fünf Autorinnen aus Deutschland und ein Autor aus Österreich sind in diesem Jahr in der engeren Auswahl für den Deutschen Buchpreis:

    Shida Bazyar: «Die Lücken» (Kiepenheuer & Witsch, September 2026)

    Franziska Gänsler: «Orca» (Kein & Aber, August 2026)

    Valeria Gordeev: «Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle» (S. Fischer, August 2026)

    Elias Hirschl: «Schleifen» (Paul Zsolnay, Januar 2026)

    Peggy Mädler: «Selbstregulierung des Herzens» (Galiani Berlin, Februar 2026)

    Dana Vowickel: «Anton und Alma» (Suhrkamp, September 2026)

    Damit ist Giuliano Musio mit seinem Roman, der Pinocchio-Variante «Aus anderem Holz», nicht mehr dabei. Aus Schweizer Sicht war er die Überraschung auf der Longlist gewesen, die Mitte August bekannt gegeben worden war und zwanzig Titel umfasste.

    Zur Auswahl für den Deutschen Buchpreis sagte Jurysprecherin Cornelia Geissler der «Berliner Zeitung»: «Was kommt? Was bleibt? So unsicher die Gegenwart auch sein mag, erweist sie sich doch als Nährboden für eine grossartige Literatur.» Die sechs Romane der Shortlist zeugten davon.

    Der Deutsche Buchpreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen in der deutschsprachigen Literatur; er ist mit insgesamt 37'500 Euro dotiert: Die Siegerin oder der Sieger erhält 25'000 Euro, die Weiteren auf der Shortlist jeweils 2500 Euro. Wer die Auszeichnung in diesem Jahr erhält, wird sich an der Preisverleihung am 5. Oktober zeigen, am Tag vor der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse.

    Im vergangenen Jahr ging der Preis an die Schweizer Autorin Dorothee Elmiger für «Die Holländerinnen». Sie erhielt neben dem Deutschen auch gleich noch den Schweizer Buchpreis. Wer sich darauf in diesem Jahr Hoffnungen machen kann, geben die Verantwortlichen am Donnerstag (10. September) bekannt. Verliehen wird der Schweizer Buchpreis am 15. November im Theater Basel.

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    Kommentare

    User #4751 (nicht angemeldet)

    Diese Sprache signalisiert Haltung, nicht Klarheit. Man ersetzt bewährte Wörter durch Partizipien und Sternchen, damit niemand das falsche Geschlecht hören muss — und opfert dafür Genauigkeit. «Schreibende» statt Autoren ist kein Gewinn an Gerechtigkeit. Es ist Unkenntnis der Grammatik, getarnt als Moral. Das Maskulinum im Deutschen ist oft generisch; das wusste jeder, der die Sprache gelernt hat. Wer das leugnet, hält Leser für so dumm, dass sie «Autoren» nur als Männer verstehen. Virtue Signaling braucht keine bessere Formulierung. Es braucht den Beweis, dass man auf der richtigen Seite steht. Deshalb klingt der Titel fortschrittlich und sagt weniger als der Satz, den er ersetzt.

    User #4751 (nicht angemeldet)

    «Sterbende» sind alle, die sterben — nicht die Toten und nicht der Beruf. Ein Sterbender kann genesen. Ein Toter ist keiner mehr. Wer «Sterbende» wie «Ärzte» oder «Autoren» setzt, behauptet einen Stand, den es so nicht gibt: Man ist nicht Sterbender, man wird es. Genau dasselbe gilt für «Schreibende». Der Autor bleibt Autor, wenn der Stift liegt. Der Schreibende hört auf, sobald er aufhört zu schreiben. Der Titel verwechselt den Vorgang mit dem Werk.

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