Bakterien

    Influencer sorgt für Debatte: Darf man Babys nicht küssen?

    Aaron Studer
    Aaron Studer

    Leimental,

    Dragqueen und Influencer Candy Crash küsst seine Tochter nicht auf den Mund. Das sei ungesund und gefährlich. Nau.ch hat nachgefragt: Stimmt das wirklich?

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    Küsst die eigene Tochter aus Angst vor Bakterienübertragung nicht auf den Mund: Dragqueen Candy Crash. - Facebook / Candy Crash

    Das Wichtigste in Kürze

    • Dragqueen Candy Crash küsst ihre Tochter Berlin nicht auf den Mund.
    • Grund dafür: So würden Bakterien auf das Kind übertragen werden.
    • Ein Kinderarzt wiegelt bei Nau.ch ab: «Das Risiko ist gering.»

    Seit rund einem halben Jahr sind sie Eltern einer kleinen Tochter: Dragqueen Candy Crash und ihr Lebenspartner.

    Nun nimmt die bekannte Dragqueen ihre Follower online auch im neuen Eltern-Alltag mit. Und zeigt, wie es ihr mit Töchterchen Berlin (Götti ist niemand geringeres als Bill Kaulitz) so geht.

    Dabei löst Candy Crash vor kurzem eine Kontroverse aus. Die Dragqueen will nicht, dass ihre Tochter geküsst wird – und küsst sie auch selbst nicht.

    Candy Crash Tochter
    Dragqueen Candy Crash mit Töchterchen Berlin auf dem roten Teppich. - Instagram / @thecandycrash

    Denn: Die Dragqueen will sowohl von Kinderärzten als auch im Netz gehört haben, dass dies für Neugeborene und Babys schädlich ist. Das erklärt Candy Crash in einem online geposteten Video.

    Grund dafür soll die Bakterienübertragung von Mund zu Mund sein, erklärt sie.

    Erwachsene könnten so ein Bakterium auf das Baby übertragen, das es selbst noch nicht habe. Und auch Karies könne durch Küsse übertragen werden.

    Video sorgt für Diskussionen

    Das Video sorgt für Diskussionen – Es wurde fast 500 Mal kommentiert.

    Eine Userin schimpft zum Beispiel: «Wieder so ein neumodischer Quatsch. Wenn du das Bedürfnis hast, dein Kind zu küssen, dann tue das.»

    Küsst du deine Kinder auf den Mund?

    Und eine andere Nutzerin erklärt: «Ich selbst bin 1970 geboren und wurde von beiden Elternteilen geküsst. Es kam schon mal vor, dass Mama auch den Schnuller abgeschleckt hat. Und doch sind wir alle gesund gross geworden.»

    Doch wie gefährlich sind solche Küsse wirklich?

    «Für die meisten anderen Erreger ist das Risiko im Alltag gering»

    Gegenüber Nau.ch erklärt der Baselbieter Kinderarzt Dr. Marc Sidler, Präsident des Verbands «Kinderärzte Schweiz»: «Durch Speichelkontakt können kariesverursachende Bakterien sowie andere Mikroorganismen übertragen werden.»

    Diese Übertragung sei biologisch plausibel und gut belegt. Sie gelte für Küsse auf den Mund, aber auch für andere Formen der Speichelübertragung. So etwa dem Teilen von Besteck oder eben dem Ablecken eines Nuggis.

    «Eine frühe Übertragung kariesverursachender Bakterien kann das Risiko für frühkindliche Karies erhöhen», erklärt Sidler.

    Doch: «Für die meisten anderen Erreger ist das Risiko im Alltag gering.»

    Verzicht auf Speichelkontakt bei akuten Infektionen wichtig

    Der Kinderarzt beruhigt jedoch: «Eine generelle Empfehlung, auf Küsse auf den Mund zu verzichten, lässt sich aus der wissenschaftlichen Evidenz nicht ableiten.»

    Stattdessen rät er Eltern zu einer guten Mundgesundheit. Zudem sollte «unnötige Speichelübertragung», etwa durch das Ablecken eines Löffels, vermieden werden.

    Baby Küssen
    Auf das Küssen des eigenen Babys muss nur bei einer Ansteckung mit Herpes oder ähnlichem verzichtet werden. - pexels

    Wichtig sei der Verzicht auf engen Speichelkontakt bei akuten Infektionen wie Herpesbläschen oder anderen ansteckenden Krankheiten, so Sidler.

    «Für die Kariesprävention ist darüber hinaus eine regelmässige Zahnpflege mit einer altersgerechten fluoridhaltigen Zahnpasta eine wichtige Massnahme. Ebenso wie regelmässige zahnärztliche Kontrollen spätestens ab dem dritten Lebensjahr.»

    «Zärtlichkeit ist ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Entwicklung»

    Für den Präsident von Kinderärzte Schweiz ist klar: «Aus medizinischer Sicht besteht kein Anlass, Eltern aufgrund einer allgemeinen Sorge vor der Übertragung von Krankheitserregern von liebevollem Körperkontakt abzuhalten.»

    «Liebe, Zuwendung und körperliche Nähe» seien für die «gesunde emotionale und soziale Entwicklung von Babys und Kleinkindern zentral».

    Denn: «Körperkontakt, Umarmungen und Zärtlichkeit fördern die Bindung zwischen Kind und Bezugsperson und sind ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Entwicklung.»

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    Kommentare

    User #4655 (nicht angemeldet)

    das schöne ist, dass die hier so hysterisch schreiben genau aus solchen Vorfahren abstammen die im Dreck gespielt haben und von den Grosseltern/Eltern, Paten und Geschwister geküsst wurden. Die jetzige Gesellschaft küsst gar nicht mehr sondern leckt sich gegenseitig das Make-up, Sonnencreme weg. Das hingegen ist einfach gruusig und eklig.

    User #6473 (nicht angemeldet)

    Wiederum ein Thema, das einfach schlicht niemanden interessiert…

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