Bakterien

    Erste Badeverbote: Hitze sorgt für Algen und Bakterien im Wasser

    Sina Barnert
    Sina Barnert

    Winterthur Stadt,

    Der Rekord-Hitzesommer 2026 hat einen grossen Einfluss auf unsere Gewässer. Nun schlagen die heissen Temperaturen auch auf die Qualität des Wassers.

    Schlechte Wasserqualität
    Hier ist die Wasserqualität wegen der Hitze aktuell schlecht: Im Naturpool der Badi Geiselweid in Winterthur (links) und im Lengwiler Weiher im Thurgau (rechts). - SRF «10 vor 10»

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Sommer 2026 ist der heisseste seit Messbeginn.
    • Die Hitze und die Trockenheit haben auch schlechtere Wasserqualität zur Folgen.
    • Nun wurden erste Badeverbote erlassen.

    Seit Mittwochmittag ist klar: Der Sommer 2026 sprengt alle Rekorde.

    Er ist heiss, hat mehr Hitzetage und auch mehr Tropennächte – der Rekordsommer 2003 ist ab sofort abgelöst.

    Auch wenn es um die Trockenheit in der Schweiz geht, ist der Sommer rekordverdächtig. Denn: Letztmalig so trocken war es in der Schweiz vor über 60 Jahren, nämlich 1961.

    Die aktuelle Wetter-Situation hat auch grossen Einfluss auf die Schweizer Gewässer. Diese kämpfen mit tiefen Pegelständen und trocknen teilweise ganz aus.

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    Kieselsteine statt Fluss: Drohnenbilder zeigen, wie trocken es schon ist in der Schweiz. (Video vom 8. Juli 2026) - Nau.ch / Nico Leuthold

    Es kommt zu massivem Fischsterben. Wie lange es gehen wird, bis sich die Gewässer vollständig regeneriert haben – Unklar.

    Nun sorgt die Hitze auch nach und nach für eine verschlechterte Wasserqualität in diversen Gewässern, wie SRF berichtet.

    Spitalkeim hat sich in Winterthurer Badi ausgebreitet

    Davon betroffen ist unter anderem die Badi Geiselweid in Winterthur. Ihr Naturpool wurde am Donnerstag bis auf Weiteres geschlossen.

    Badi Geiselweid Winterthur
    Der Naturpool in der Badi Geiselweid in Winterthur bleibt aktuell zu. - SRF «10 vor 10»

    Grund dafür: Ein antibiotikaresistenter Spitalkeim. Dieser hatte sich wegen der hohen Temperaturen und der vielen Badegäste im Becken ausgebreitet.

    Die Keimbelastung sei aktuell sehr hoch, erklärt Marco Decker, Betriebsleiter Hallen- und Freibad Geiselweid, gegenüber «10 vor 10».

    Kommst du gut mit der Hitze klar?

    Das sei zwar nicht unbedingt gefährlich, doch: «In Zusammenarbeit mit dem kantonalen Labor haben wir nach der Überschreitung eines Grenzwerts beschlossen, das Naturbecken präventiv zu schliessen.»

    Blaualgen sorgen im Thurgau für Badeverbot

    Nebst Bakterien ebenfalls ein Problem sind Algen wie die Blaualge. Diese verbreitet sich in heissen Sommern in Gewässern.

    Betroffen ist etwa der Lengwiler Weiher im Thurgau. Hier haben sich die Blaualgen ausgebreitet.

    Weiher Lengwil
    Im Lengwiler Weiher tummeln sich wegen der hohen Wassertemperatur giftige Blaualgen. - SRF «10 vor 10»

    Das zuständige Amt für Umwelt rät, Hunde und Kinder nicht mehr ins Wasser zu lassen. Denn: Die von den Algen produzierten Gifte können für sie lebensgefährlich sein.

    «Ich würde meinen Hund hier nicht mehr ins Wasser lassen»

    Darauf angesprochen meint eine Passantin mit Hund gegenüber SRF, sie sei täglich am Weiher. Doch: «Seit etwa einem Monat lasse ich ihn nicht mehr ins Wasser – wegen der Blaualgen.»

    Konntest du wegen Blaualgen schon einmal nicht baden?

    Und eine andere Fussgängerin erklärt: «Ich würde meinen Hund hier nicht mehr ins Wasser lassen.»

    Sie sei auch schon selbst im Weiher baden gegangen. Aber: «Das fällt jetzt natürlich auch weg.»

    Ab einer Wassertemperatur von 28 Grad wird es heikel

    Für Gewässer liegt die kritische Schwelle der Wassertemperatur bei 28 Grad. Ab diesem Grenzwert vermehren sich die giftigen Blaualgen.

    Das Problem: Aktuell haben mehrere Schweizer Gewässer diesen Grenzwert bereits überschritten, wie SRF-Meteorologe Gaudenz Flury erklärt.

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    Mehrere Schweizer Gewässer sind aktuell über 28 Grad warm, erklärt Meteorologe Gaudenz Flury. - SRF «10 vor 10»

    Betroffen seien unter anderem der Luganersee, der Greifensee und der Rotsee. Und: «Es wird diese Woche sicher noch nicht besser, weil die Temperaturen hoch sind.»

    Immerhin: In der nächsten Woche soll es abkühlen. Das dürfte auch den Schweizer Gewässern eine Wohltat sein.

    Kommentare

    User #5435 (nicht angemeldet)

    Sagte Dettling auch "Hitze ist eigentlich gut für die Fische"?

    User #3892 (nicht angemeldet)

    In Basel hat es sogar Legionellen

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