Stress, Schlafstörungen und Erschöpfung bei Frauen gelten zunehmend als Risikofaktoren für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Frauen sind davon stärker betroffen.
Müde Frau
Ein B12-Mangel führt zu Müdigkeit und Erschöpfung. - Pexels

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Frauen haben unter anderem Stress und Schlafstörungen mehr zugenommen als bei Männern.
  • Diese Faktoren gelten als Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Dazu zählen auch Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte.

Stress bei der Arbeit, Schlafstörungen und Erschöpfung haben in den vergangenen Jahren bei Frauen stärker zugenommen als bei Männern. Die Faktoren gelten zunehmend als Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall, wie ein Zürcher Forschungsteam berichtet.

Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und Diabetes gehören zu den von der Fachwelt anerkannten Risikofaktoren für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Nach und nach schält sich aber heraus, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch mit Stress, Schlafstörungen und Erschöpfung zusammenhängen.

Fettleibigkeit häufiger, Rauchen seltener

Das Team um die Zürcher Neurologen Martin Hänsel und Susanne Wegener verglichen nun anonymisierte Daten von rund 22’000 Männern und Frauen aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung des Bundesamts für Statistik (BFS) aus den Jahren 2007, 2012 und 2017. Von den Ergebnissen berichteten sie anlässlich der Konferenz der European Stroke Organisation.

Demnach nahm Fettleibigkeit während des Untersuchungszeitraums generell zu, während Rauchen seltener wurde. Nach wie vor seien Männer häufiger von diesen traditionellen Risikofaktoren betroffen als Frauen. Stress, Schlafstörungen und Erschöpfung nahmen während des Untersuchungszeitraums zwar bei beiden Geschlechtern zu, allerdings mit einem «alarmierenden» Anstieg bei Frauen.

Weltnichtrauchertag
Eine Person hält eine Zigarette. - dpa

Dieser Trend gehe mit einer Zunahme an Vollzeit arbeitenden Frauen einher. Waren es im Jahr 2007 noch 38 Prozent, so arbeiteten zehn Jahre später 44 Prozent der Frauen hundert Prozent. Ein direkter Zusammenhang sei jedoch rein spekulativ, so die Forschenden auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Doch es gebe wirksame Mittel gegen die als nicht-traditionell genannten Risikofaktoren. So sei es wichtig, zu erkennen, dass Stress nichts sei, was man als selbstverständlich hinnehmen, sondern als etwas, das vermieden oder behandelt werden sollte, so die Forschenden.

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