Jährlich gelangen 219 Tonnen Mikroplastik auf Schweizer Grund
219 Tonnen Mikroplastik gelangt in der Schweiz jedes Jahr aus der Luft in Böden und Gewässern. Dies belegt eine neue Untersuchung.

Ein Forschungsteam von Empa, Eawag und Agroscope hat die atmosphärische Mikroplastik-Belastung für die Untersuchung erstmals systematisch untersucht, wie die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) am Donnerstag mitteilte.
Für die vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) unterstützte Studie sammelten die Forschenden während eines Jahres an fünf Standorten Proben. Die Messungen fanden in Zürich, Dübendorf, Magadino, Payerne und auf dem Chaumont im Jura statt. Hochgerechnet auf alle Schweizer Gebiete unterhalb von 2000 Metern Höhe lagern sich demnach in der Schweiz jährlich rund 219 Tonnen Mikroplastik ab.
Etwa 78 Tonnen davon landen den Forschenden zufolge direkt auf landwirtschaftliche Flächen und rund 10 Tonnen direkt auf Gewässern.
Am urbanen Standort Zürich stellten sie mit 881 Partikeln pro Quadratmeter und Tag den höchsten Wert fest. An den übrigen Standorten lagen die Werte mit 249 bis 331 Partikeln tiefer.
Gesundheitliche Folgen unklar
Am häufigsten identifizierten die Forschenden die Kunststoffe Polyethylenterephthalat (PET) mit 31 Prozent, Polyethylen (PE) mit 26 Prozent und Polypropylen (PP) mit 21 Prozent. PET ist aus Getränkeflaschen und Polyesterfasern in Textilien bekannt. PE und PP werden vor allem für Verpackungen, Folien und Behälter verwendet.
Im Verhältnis zur Gesamtmasse aller Luftpartikel wie Wüstenstaub oder Russ macht Mikroplastik mit 0,02 bis 0,12 Prozent nur einen kleinen Teil aus.
Durch die ständige Ablagerung über grosse Flächen ergeben sich dennoch beträchtliche Mengen, die in der Umwelt kaum abgebaut werden. Über die Folgen von Mikroplastik für Umwelt und Gesundheit sei vieles noch offen, so die Forschenden weiter.
«Aber gemäss dem Vorsorgeprinzip sollten wir Littering vermeiden, Kunststoffe gezielt nur dort wo nötig einsetzen und Stoffkreisläufe möglichst schliessen», liess sich Empa-Forscher und Studienleiter Christoph Hüglin in der Mitteilung der Empa zitierten.










