Mikroplastik

Jährlich gelangen 219 Tonnen Mikroplastik auf Schweizer Grund

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Bern,

219 Tonnen Mikroplastik gelangt in der Schweiz jedes Jahr aus der Luft in Böden und Gewässern. Dies belegt eine neue Untersuchung.

219 Tonnen Mikroplastik gelangt jährlich aus der Luft auf Schweizer Böden und in Schweizer Gewässer. (Symbolbild)
219 Tonnen Mikroplastik gelangt jährlich aus der Luft auf Schweizer Böden und in Schweizer Gewässer. (Symbolbild) - KEYSTONE/APA/APA/GEORG HOCHMUTH

Ein Forschungsteam von Empa, Eawag und Agroscope hat die atmosphärische Mikroplastik-Belastung für die Untersuchung erstmals systematisch untersucht, wie die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) am Donnerstag mitteilte.

Für die vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) unterstützte Studie sammelten die Forschenden während eines Jahres an fünf Standorten Proben. Die Messungen fanden in Zürich, Dübendorf, Magadino, Payerne und auf dem Chaumont im Jura statt. Hochgerechnet auf alle Schweizer Gebiete unterhalb von 2000 Metern Höhe lagern sich demnach in der Schweiz jährlich rund 219 Tonnen Mikroplastik ab.

Etwa 78 Tonnen davon landen den Forschenden zufolge direkt auf landwirtschaftliche Flächen und rund 10 Tonnen direkt auf Gewässern.

Am urbanen Standort Zürich stellten sie mit 881 Partikeln pro Quadratmeter und Tag den höchsten Wert fest. An den übrigen Standorten lagen die Werte mit 249 bis 331 Partikeln tiefer.

Gesundheitliche Folgen unklar

Am häufigsten identifizierten die Forschenden die Kunststoffe Polyethylenterephthalat (PET) mit 31 Prozent, Polyethylen (PE) mit 26 Prozent und Polypropylen (PP) mit 21 Prozent. PET ist aus Getränkeflaschen und Polyesterfasern in Textilien bekannt. PE und PP werden vor allem für Verpackungen, Folien und Behälter verwendet.

Im Verhältnis zur Gesamtmasse aller Luftpartikel wie Wüstenstaub oder Russ macht Mikroplastik mit 0,02 bis 0,12 Prozent nur einen kleinen Teil aus.

Durch die ständige Ablagerung über grosse Flächen ergeben sich dennoch beträchtliche Mengen, die in der Umwelt kaum abgebaut werden. Über die Folgen von Mikroplastik für Umwelt und Gesundheit sei vieles noch offen, so die Forschenden weiter.

«Aber gemäss dem Vorsorgeprinzip sollten wir Littering vermeiden, Kunststoffe gezielt nur dort wo nötig einsetzen und Stoffkreisläufe möglichst schliessen», liess sich Empa-Forscher und Studienleiter Christoph Hüglin in der Mitteilung der Empa zitierten.

Kommentare

User #6111 (nicht angemeldet)

Tja die Veränderung von Rohstoffen wie Erdöl in Alltagsgegenstände hat der Menschheit nicht nur Vorteile gebracht. Genauso wie die Entdeckung von Frau Curie , die Kernspaltung.

User #6111 (nicht angemeldet)

Die Kurve mit der steigenden Mikroplastik Belastung ist mit der gleich mit der Anzahl der Krebserkrankung und Krebsleiden der Menschen. Das sollte man sich immer Bewusst sein.

Weiterlesen

John Lennon
1 Interaktionen
Neutralität
a
231 Interaktionen
«Feuerwehr trug mich»

MEHR MIKROPLASTIK

3 Interaktionen
Lausanne
Genfersee
31 Interaktionen
Messung
Mikroplastik
36 Interaktionen
Untersuchung
Quetschie
60 Interaktionen
Kindernahrung

MEHR AUS STADT BERN

Carlo Bommes
Neues Stadion
Startup Summer School der Berner Fachhochschule.
Startup Summer School
YB Frauen
2 Interaktionen
Drittes 1:1 in Serie