Mikroplastik

Mikroplastik im Blut – Studie zeigt mögliches Herzrisiko

Maja Bojic
Maja Bojic

Italien,

Mikroplastik könnte die Herzgesundheit beeinflussen: Forschende fanden bei Herzinfarktpatienten mehr Plastikpartikel im Blut.

Mikroplastik
Mikroplastik könnte nach neuen Studienergebnissen auch die Herzgesundheit beeinflussen. - imago

Mikroplastik gelangt über Luft, Wasser und Lebensmittel in den menschlichen Körper. Eine neue Studie liefert Hinweise darauf, dass die winzigen Kunststoffteilchen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängen könnten.

Wie die «T-online» berichtet, fanden Forschende bei Herzinfarktpatienten häufiger Mikro- und Nanoplastik im Blut als bei gesunden Personen. Die Untersuchung wurde im Fachjournal «European Heart Journal» veröffentlicht.

Das Forschungsteam aus Italien untersuchte 61 Menschen, die wegen möglicher Herzprobleme eine Herzkatheteruntersuchung erhielten. Dabei analysierten die Wissenschaftler Blutproben aus den Koronararterien, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen.

Plastikpartikel in Herzkranzgefässen untersucht

Laut «wissenschaft.de» verglichen die Forschenden drei Gruppen: Patienten mit akutem Herzinfarkt, Menschen mit koronarer Herzkrankheit sowie eine Kontrollgruppe mit unauffälligen Herzgefässen. Zusätzlich wurden Rauchgewohnheiten und die Feinstaubbelastung am Wohnort erfasst.

Bei 84 Prozent der Herzinfarktpatienten liessen sich Mikro- und Nanoplastikpartikel im Blut der Herzkranzgefässe nachweisen. Bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit lag der Anteil bei 40 Prozent, in der Kontrollgruppe waren es rund 32 Prozent.

Sollte die Forschung zu Mikroplastik und Gesundheit stärker gefördert werden?

Die Analyse zeigte zudem, dass die Herzinfarktgruppe nicht nur häufiger Plastikpartikel aufwies. Auch die Konzentration und die Vielfalt der gefundenen Kunststoffarten waren dort höher.

Mikroplastik im Blut geht mit erhöhten Entzündungswerten einher

Besonders häufig wurde Polyethylen nachgewiesen, das unter anderem in zahlreichen Verpackungen verwendet wird. Gleichzeitig fanden die Forschenden bei betroffenen Patienten erhöhte Werte bestimmter Entzündungsmarker im Blut.

Wie die «Stuttgarter Zeitung» schreibt, wurden unter anderem höhere Mengen der Botenstoffe Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor Alpha festgestellt. Diese Ergebnisse deuten laut den Wissenschaftlern auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Mikroplastik und entzündlichen Prozessen in den Gefässen hin.

Die Studie untersuchte auch mögliche Faktoren, die eine Aufnahme von Mikroplastik begünstigen könnten. Dabei zeigte sich, dass Menschen mit höheren Plastikwerten häufiger einer stärkeren Feinstaubbelastung ausgesetzt waren.

Rauchen könnte Aufnahme von Mikroplastik ins Blut begünstigen

Besonders deutlich war der Zusammenhang mit dem Rauchen. Bei allen Herzinfarktpatienten mit früherem Tabakkonsum wurden Plastikpartikel nachgewiesen, während dies bei nichtrauchenden Kontrollpersonen nicht der Fall war.

Die Forschenden vermuten, dass Rauchen und Luftverschmutzung die Schutzbarrieren der Atemwege beeinträchtigen könnten. Dadurch könnten Mikro- und Nanoplastikpartikel leichter aus der Atemluft in den Blutkreislauf gelangen.

Mikroplastik
Mikroplastik gelangt über Luft, Wasser und Lebensmittel in den menschlichen Körper. (Symbolbild) - keystone

Ein direkter Nachweis, dass Mikroplastik Herzinfarkte verursacht, liefert die Untersuchung jedoch nicht. Die Forschenden betonen, dass weitere Studien notwendig sind, um die langfristigen Auswirkungen der Plastikpartikel auf das Herz-Kreislauf-System genauer zu untersuchen.

Kommentare

User #3729 (nicht angemeldet)

Ok solche Berichte sind wichtig, danke. Doch was ist mit dem Nervensystem, besonders im Gehirn... - hat das Mikroplastik nicht auch einen Einfluss auf den Bereich der Neurotransmitter-Umgebung.... weil das wäre ja dann.... gefährlich.... ?

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