Kindernahrung: In beliebten Quetschies hat es sehr viel Mikroplastik
Greenpeace hat Babynahrung in Plastik-Quetschbeuteln von Nestlé und Danone untersuchen lassen. Dabei wurden schockierende Mengen an Mikroplastik gefunden.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Untersuchung zeigt, dass sogenannte Quetschie-Nahrung viel Mikroplastik beinhaltet.
- Untersucht wurden «Gerber» von Nestlé und «Happy Baby Organics» von Danone.
- Gerber-Quetschies beinhalten laut Studie über 5000 Partikel, die von Danone über 11'000.
Die Produkte von Nestlé und Danone scheinen es nicht aus den negativen Schlagzeilen zu schaffen. Anfang des Jahres mussten die beiden Konzerne Produkte wegen möglichen Gifts in Babynahrung zurückrufen.
Nun wirft eine neue Studie von Greenpeace ein schlechtes Licht auf den Schweizer Konzern und das französische Unternehmen. Denn diese zeigt: Die beiden Lebensmittelkonzerne verkaufen Babynahrung, die mit Mikroplastik verunreinigt ist.
Dabei geht es um die bei Kindern beliebten Quetschies (Nahrung in Plastik-Quetschbeuteln). Untersucht wurden die Babynahrungsmarken «Gerber» von Nestlé und «Happy Baby Organics» von Danone. Diese werden in den USA und in Südamerika verkauft.
Bis zu 495 Mikroplastikpartikel pro Teelöffel
Das schockierende Resultat: «In jeder analysierten Probe wurden Mikroplastikpartikel gefunden», schreibt Greenpeace. Die Forscher fanden demnach in Nestlés «Gerber»-Quetschies durchschnittlich bis zu 54 Mikroplastikpartikel und in Danones «Happy-Baby-Organics»-Quetschies bis zu 99 Partikel.
Heisst: «Das entspricht bis zu 270 (Gerber) beziehungsweise 495 (Happy Baby Organics) Mikroplastikpartikeln pro Teelöffel.» Die Forscher schätzten demnach die Gesamtzahl pro «Gerber»-Quetschie auf mehr als 5’000 Partikel und mehr als 11’000 Partikel in jedem Quetschie von «Happy Baby Organics».
Aus der Untersuchung lasse sich schliessen, dass in der Verpackung und der Babynahrung eine Reihe von Chemikalien vorhanden gewesen seien. Darunter eine Chemikalie, die potenziell hormonaktiv sei.
Greenpeace «Schock für Eltern»
«Das deutet darauf hin, dass die Plastikverpackung selbst die Kontamination verursachen könnte. Ist dies der Fall, sind Babys potenziell Tausenden von mikroskopisch kleinen Plastikfragmenten ausgesetzt, wenn sie Quetschies essen.»
Joëlle Hérin, Konsum- und Kreislaufwirtschaftsexpertin bei Greenpeace Schweiz, bezeichnet diese Ergebnisse als «Schock für Eltern». Diese würden darauf vertrauen, dass diese Marken sichere und gesunde Lebensmittel für ihre Babys anbieten.
«Doch in der Realität können Konzerne wie Nestlé und Danone, die von Plastik abhängig sind, nicht garantieren, dass ihre Produkte kein Mikroplastik und keine Chemikalien enthalten», so Hérin.
Forderungen an Nestlé & Co.
Laut der Non-Profit-Organisation haben sich die Quetschies weltweit schnell zur am weitesten verbreiteten Verpackungsform für Babynahrung entwickelt. Demnach hätte ihr globaler Marktanteil letztes Jahr 37,15 Prozent betragen.
«Täglich werden Millionen Quetschies gekauft. Was bedeutet, dass Millionen von Babys möglicherweise Mikroplastik mit ihrer Nahrung aufnehmen», hält Greenpeace fest. Hinzu komme der umweltbelastende Aspekt der Plastikverpackungen.
«Wir fordern den Schweizer Multi Nestlé und alle Hersteller von Babynahrung auf, ihre Produkte unverzüglich zu überprüfen. Und nachzuweisen, dass ihre Produkte keine Gesundheitsrisiken für Babys und Kleinkinder darstellen.»
Sie müssten sich dazu verpflichten, Plastikverpackungen schrittweise abzuschaffen. Und mit ungiftigen, plastikfreien und wiederverwendbaren Alternativen zu ersetzen.

















