Studie: Nahost-Konflikt könnte Hypothekarzinsen ansteigen lassen
In der Schweiz bewegen sich die Hypothekarzinsen seit dem vergangenen Sommer auf tiefem Niveau. Das könnte sich wegen des Nahost-Konflikts aber ändern.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Hypothekarzinsen in der Schweiz sind derzeit auf einem niedrigen Niveau.
- Aktuell steigt vor allem die Nachfrage nach mittleren Laufzeiten um die fünf Jahre.
- Zieht sich der Nahost-Konflikt in die Länge, könnten die Zinsen in der Schweiz steigen.
Im Iran und in Gaza herrscht Krieg. Das wirkt sich auch auf die Schweiz aus – unter anderem auf die Hypothekarzinsen.
Je länger der Konflikt im Nahen Osten anhalte und je stärker er die Preise ansteigen lasse, desto wahrscheinlicher seien Zinsanstiege. Das hält der Hypotheken- und Immobilienspezialist Moneypark in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse fest. Das sei vor allem bei den langfristigen Zinssätzen (10 Jahre) so.

Am kurzen Ende (2 Jahre) wirke derweil die Aufwertung des Frankens in der Tendenz stärker zinsmindernd. Daraus ergebe sich eine ausgeprägte Spreizung zwischen kurz- und langfristigen Sätzen.
Die aktuell steile Zinskurve stützt laut Moneypark die Nachfrage nach Hypotheken mit mittleren Laufzeiten um die fünf Jahre. Zudem seien Saron-Hypotheken überdurchschnittlich beliebt.
Viele Hypothekarnehmende spekulierten auf Negativzinsen und die passende Gelegenheit, um in noch günstigere Festhypotheken zu wechseln.
Nahost-Konflikt: Werden die Zinsen steigen?
Noch rechnet die Mehrheit der rund 50 befragten Hypothekargeber vor dem Hintergrund einer weiterhin tiefen Inflation mit einer längeren Nullzinsphase.

Die Moneypark-Experten glauben: Den aktuell sehr starken Franken dürfte die Nationalbank (SNB) vorerst eher mit Devisenmarktinterventionen bekämpfen als mit der Wiedereinführung von Negativzinsen.
Aber: Sollte der Nahost-Konflikt andauern und die Energiepreise anhaltend steigen lassen, könnten sich ausländische Zentralbanken zur Inflationsbekämpfung gezwungen sehen. Sie könnten dann die Leitzinsen erhöhen.
US-Zölle sorgen für Unsicherheit
Das würde dann im zweiten Halbjahr auch in der Schweiz zum Thema. Zudem seien die US-Zölle für die Weltwirtschaft und die Zinsentwicklung weiterhin ein grosser Unsicherheitsfaktor.
Die beliebteste Laufzeit am Schweizer Hypothekarmarkt bleiben unangefochten 10-jährige Festhypotheken. Deren Richtsatz betrug laut Moneypark Ende letzter Woche 1,80 Prozent. Bei 5-jährigen Papieren lag der Richtsatz bei 1,43 Prozent und beim Saron 3 Monate stand er bei 1,04 Prozent.












