Forscher finden Gummi-Chemikalien in Schweizer Rohmilch

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Lausanne,

    Forschende haben in Schweizer Rohmilch mehrere Chemikalien aus Gummi nachgewiesen. Die gesundheitlichen Risiken für Menschen sind noch nicht geklärt.

    Kühe
    In Rohmilch haben Forschende Gummichemikalien entdeckt. Die Konzentrationen waren aber gering. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Für eine Studie wurden Milchproben von 17 Schweizer Bauernhöfen untersucht.
    • Dabei wurden in sieben der Proben Gummichemikalien nachgewiesen.
    • Die Chemikalien könnten aus den Melkanlagen stammen, was die Forschenden überrascht.

    Ein Forschungsteam analysierte für eine Studie Milchproben von 17 Schweizer Bauernhöfen, wie die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) mitteilte. In sieben der 17 Proben sei mindestens eine von vier gesuchten Gummichemikalien nachgewiesen worden.

    In drei Proben von Alpbetrieben, die sich fernab von stark befahrenen Strassen befanden, fanden die Forschenden keine der Substanzen.

    Welche Auswirkungen die gefundenen Substanzen auf die menschliche Gesundheit haben, ist noch unbekannt. Künftige Studien sollen dies untersuchen.

    Die in der Rohmilch gemessenen Konzentrationen seien im Allgemeinen aber niedrig gewesen. Die Resultate der Studie wurden im Fachmagazin «Food Chemistry X» publiziert.

    Überraschende Quelle im Stall

    Als besonders überraschend bewerteten die Forschenden eine mögliche Quelle der Verunreinigung: Die Melkanlagen selbst.

    Bei der Untersuchung von Schläuchen, Dichtungen und anderen Gummiteilen aus der Milchproduktion identifizierten sie 14 verschiedene Chemikalien.

    Laut Studienleiter Florian Breider ist es erstaunlich, dass diese Verbindungen aus für den Kontakt mit Lebensmitteln gesetzlich zugelassenen Materialien stammten.

    In den untersuchten Materialien der Melkanlagen fanden die Forschenden unter anderem die Verbindung 6PPD-Chinon. Sie gilt als schädlich für bestimmte Fischarten. Diese Substanz wird Gummi nicht absichtlich beigefügt, sondern entsteht durch Oxidation, wenn das Material altert.

    Reifenabrieb als weitere mögliche Quelle

    Als eine weitere mögliche Quelle für die Verunreinigungen gilt der Abrieb von Reifen und Strassenbelägen. Weltweit gelangen dadurch jährlich schätzungsweise sechs Millionen Tonnen Gummipartikel in die Umwelt.

    Über die Luft, abfliessendes Wasser oder Düngemittel können diese Partikel auf landwirtschaftliche Flächen und so in die Nahrungskette gelangen.

    Beunruhigt es dich, dass in Rohmilch Gummichemikalien gefunden wurden?

    Weitere Untersuchungen sollen nun zeigen, wie die Konzentrationen über die Jahreszeiten schwanken. Zudem sollen die genauen Wege der Chemikalien in die Milch erforscht werden. Dies, um die Entwicklung sicherer Materialien für den Kontakt mit Lebensmitteln zu unterstützen.

    An der Untersuchung waren neben der EPFL auch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) und die Forschungsanstalt Agroscope beteiligt.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #1210 (nicht angemeldet)

    Untersucht lieber die muttermilch.

    Maexwell

    Suche dann findest du sicher etwas. Früher melkten sie von Hand, kauten bei der Arbeit Tabak. Denkt was da alles in der Milch war! Spritzer von Kuhmist und Tabak und und und, nur es gab noch keine Labor dafür. Die Milch wurde durch ein feines Sieb oder Tuch in die Bränte geleert Punkt! Gekühlt war bis zur Pfanne kein Tropfen! Diese Leute sind heute 100 oder mehr Jahre, wo diese Milch getrunken hatten!

    Weiterlesen

    Milchbauer
    190 Interaktionen
    Studie zeigt
    Kühe
    40 Interaktionen
    Bern
    Bauer
    905 Interaktionen
    Virus und kein Futter

    MEHR IN NEWS

    KI
    Umfrage
    11 Interaktionen
    Anwältin?
    «Geht nur darum, bewilligtes Projekt zu blockieren»
    25 Interaktionen
    Bewusst blockiert?

    MEHR AUS LAUSANNE

    CS
    21 Interaktionen
    Bundesgericht
    Gender pay Cap
    212 Interaktionen
    Studie