Später Abschluss verbessert Chancen am Arbeitsmarkt
Ein Lehrabschluss oder eine Matura hat für Erwachsene positive Folgen. Ihre Erwerbsbeteiligung und ihr Einkommen steigen klar an.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Bildungsabschluss auf Sekundarstufe II steigert das Einkommen ab 25 Jahren klar.
- Das zeigt eine Erhebung des Bundesamtes für Statistik.
- Jährlich schliessen in der Schweiz rund 90’000 Personen eine Lehre oder die Matura ab.
Wer einen Bildungsabschluss auf Sekundarstufe II hat und über 25 Jahre alt ist, kann sein Einkommen danach klar steigen. Das geht aus der neuesten Erhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.
Insgesamt erwerben jährlich rund 90'000 Personen einen Abschluss auf der Sekundarstufe II – also ein Lehrabschluss oder eine Matura. Zwölf Prozent von ihnen sind laut dem Bundesamt für Statistik über 25 Jahre alt – also rund 11'000 Personen.
Die am Montag veröffentlichte Analyse zeigte eine deutliche Verbesserung der beruflichen und finanziellen Situation dieser Personengruppe nach einer entsprechenden Ausbildung.
Fünf Jahre vor dem Abschluss war die Lage für viele dieser Erwachsenen schwierig: Ihre Erwerbsbeteiligung lag bei lediglich 60 Prozent und jede fünfte Person war weder erwerbstätig noch in Ausbildung.
Zudem stammten 27 Prozent aus Haushalten mit einem tiefen Einkommen. Das monatliche Bruttoerwerbseinkommen der Erwerbstätigen betrug 3500 Franken.
Situation verbessert sich nach Abschluss markant
Fünf Jahre nach dem Abschluss verbesserte sich die Situation markant: Die Erwerbsbeteiligung stieg auf knapp 80 Prozent und der Anteil der Personen ohne Arbeit oder Ausbildung halbierte sich. Diese Werte sind vergleichbar mit jenen der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung.
Das monatliche Bruttoeinkommen aus Erwerbstätigkeit stieg auf 5200 Franken, was einem Zuwachs von fast 50 Prozent in zehn Jahren entspricht. Auch der Anteil der Personen in Haushalten mit niedrigem Einkommen sank auf 17 Prozent und lag damit unter dem Durchschnitt.
Vielfältige Gruppe von Erwachsenen
Die Gruppe der Erwachsenen, die einen späten Abschluss machen, ist heterogen. Sie besteht zu 45 Prozent aus Frauen.
Ein Fünftel davon erlangte den Erstabschluss nach dem 25. Lebensjahr, während 38 Prozent einen weiteren Abschluss machten. Andere waren neu zugewandert oder stammten aus dem Asylbereich.
Die grosse Mehrheit erwarb ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ). Ein eidgenössisches Berufsattest (EBA) machten 14 Prozent. Bei Personen aus dem Asylbereich war der EBA-Anteil mit 66 Prozent besonders hoch.
Die Quote der Abschlüsse auf Sekundarstufe II steigt an. Von 91,6 Prozent bis zum Alter von 25 Jahren auf bis zu 94,0 Prozent ohne Altersgrenze. Es bestehen dabei erhebliche regionale Unterschiede.
Das zeigen gewissen Quartiere von Städten wie Basel, Zürich, Genf oder Lausanne. Dort liegt die Abschlussquote ohne Altersgrenze bis zu acht Prozentpunkte höher als jene mit einer Altersgrenze von 25 Jahren.

















