Ebola im Kongo – Neue Impfstudie soll Bundibugyo-Variante stoppen
Im Kongo hat eine Impfstudie gegen Ebola begonnen. Sie soll klären, ob Ervebo auch gegen die gefährliche Bundibugyo-Variante schützt.

In der Demokratischen Republik Kongo hat eine Testimpfung gegen Ebola begonnen. In Bunia in der Provinz Ituri erhielten erste Freiwillige aus dem medizinischen Personal den Impfstoff Ervebo, wie die «Tara24» berichtet.
Die klinische Studie mit dem Namen BRAVO soll neun bis zwölf Monate dauern. Insgesamt sollen im Rahmen der Studie 20'000 Menschen geimpft werden.
Durchgeführt wird die Studie von Ärzte ohne Grenzen und dem Forschungsinstitut Epicentre. Laut der «Zeit» findet sie in den Provinzen Ituri und Nord-Kivu statt.
Wirkung gegen neue Virus-Variante unklar
Bislang ist nur eine sichere und wirksame Anwendung von Ervebo gegen den Zaire-Stamm nachgewiesen. Ob der Impfstoff auch gegen die derzeit im Kongo grassierende Bundibugyo-Variante schützt, sei bislang unklar.
Genau diese Frage soll die BRAVO-Studie nun klären. Vorläufige Daten würden laut der «Tara24» darauf hindeuten, dass Ervebo auch gegen den Bundibugyo-Stamm einen gewissen Schutz bieten könnte.
Der Epidemiologe Guyguy Manangama von Ärzte ohne Grenzen äusserte sich zur Dringlichkeit der Studie. Man müsse in einem Wettlauf gegen die Zeit jedes verfügbare Instrument nutzen, so Manangama.
Medizinisches Personal begrüsst den Impfstart
Selbst ein teilweiser Schutz könne laut Manangama dazu beitragen, schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu reduzieren. Diese potenziellen Vorteile müssten aber erst wissenschaftlich nachgewiesen werden, betonte er der «Tara24» zufolge.
Die Krankenschwester Annie Banage sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie habe täglich Kontakt mit Erkrankten. Deshalb sei es wichtig, selbst geschützt zu sein, um die Patienten anschliessend schützen zu können.
Die Ärztin Nicole Nlandu äusserte die Hoffnung, mit der Impfung ein geringeres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu haben. Die Impfungen fanden bei den Ersthelfern in Bunia demnach positiven Anklang.
Schwerster Ausbruch in der Geschichte des Landes
Laut der «Zeit» meldeten die kongolesischen Behörden zuletzt mehr als 7540 bestätigte Ansteckungen mit dem Virus. Rund 3640 Erkrankte seien demnach bereits gestorben, mehr als 1820 Menschen hätten sich erholt.
Der Ebola-Ausbruch war dem «Deutschlandfunk» zufolge Mitte Mai offiziell festgestellt worden. Es handelt sich um den schwersten Ausbruch des Virus in der Geschichte des Landes.

Die Weltgesundheitsorganisation hatte zuletzt Hoffnung gemacht, dass der Höhepunkt der Epidemie erreicht sei, berichtet die «Zeit». Vertreter von Ärzte ohne Grenzen sähen dagegen Anzeichen dafür, dass sich das Virus auf weitere Regionen ausbreite.
Neue Impfstoffe gegen Bundibugyo-Variante in Entwicklung
Eine Ansteckung mit Ebola verlaufe laut dem «Deutschlandfunk» im Durchschnitt in etwa der Hälfte der Fälle tödlich. Übertragen werde das Virus durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter.
Mehrere speziell gegen das Bundibugyo-Virus entwickelte Impfstoffe befänden sich derzeit in der Entwicklung. Sie könnten in den kommenden Monaten verfügbar werden.
Guyguy Manangama betonte der «Tara24» zufolge, der aktuelle Impfstoff werde den Ausbruch allein nicht beenden. Er könne aber besonders gefährdeten Personen zusätzlichen Schutz bieten und die Eindämmungsmassnahmen insgesamt verstärken.















