Ebola im Kongo: WHO fehlen 5'000 Gesundheitskräfte
Der Ebola-Ausbruch im Kongo fordert mehr als 3'200 Tote. Nun fehlen der WHO Tausende Gesundheitskräfte und zusätzliche Behandlungsbetten.

Der Weltgesundheitsorganisation fehlen rund 5'000 zusätzliche Gesundheitskräfte für den Kampf gegen die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo. Derzeit stehen in 59 Behandlungseinrichtungen knapp 1'400 Betten zur Verfügung, berichtet «Spiegel» unter Berufung auf die WHO.
Nach Angaben des WHO-Logistikexperten Luca Fontana werden weitere 1'600 Betten benötigt. Damit soll die Behandlungskapazität auf insgesamt rund 3'000 Betten ausgebaut werden.

Die WHO rechnet mit etwa drei Gesundheitskräften pro Bett und benötigt deshalb insgesamt rund 9'000 Mitarbeiter. Dafür müssten etwa 5'000 zusätzliche Gesundheitskräfte rekrutiert und ausgebildet werden, berichtet «Reuters».
Mehr als 3'200 Tote durch Ebola im Kongo
Der aktuelle Ebola-Ausbruch hat inzwischen ein bislang beispielloses Ausmass in der Demokratischen Republik Kongo erreicht. Bis zum 6. September wurden 6'686 bestätigte Fälle und 3'226 Todesfälle registriert, wie die WHO mitteilt.

Die Krankheit hat sich mittlerweile auf sechs Provinzen des Landes ausgebreitet. Die WHO bezeichnet die Epidemie als den grössten Ebola-Ausbruch, der bislang in der Demokratischen Republik Kongo registriert wurde.
Der Ausbruch wurde am 15. Mai offiziell erklärt und wird durch das Bundibugyo-Virus verursacht. Seitdem wurden die Behandlungskapazitäten deutlich ausgebaut, dennoch bleibt der Bedarf an Betten und qualifiziertem Personal erheblich.
Neue Therapien gegen Ebola werden getestet
Auch die Finanzierung der Ebola-Behandlung stellt die Helfer vor grosse Herausforderungen. Der Betrieb von 1'500 Behandlungsbetten kostet rund 15 Millionen Franken pro Monat, berichtet «Geneva Solutions».
Die WHO hat inzwischen mehr als 300 Experten vor Ort im Einsatz. Zudem wurde ein Netzwerk aus 24 Laboren aufgebaut, das täglich rund 300 Tests durchführen kann.
Gleichzeitig werden mögliche Therapien gegen das Bundibugyo-Virus in klinischen Studien untersucht, schreibt «Geneva Solutions». Auch mehrere Impfstoffkandidaten werden derzeit untersucht, da kein speziell gegen das Bundibugyo-Virus zugelassener Impfstoff verfügbar ist.















