Sektenführer wegen Mordes an 190 Kindern verurteilt
Sektenprediger Paul Mackenzie ist in Kenia zu 200 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte Anhänger zum tödlichen Fasten aufgerufen.

Das Wichtigste in Kürze
- Paul Mackenzie und 28 Mitangeklagte wurden wegen Mordes an 191 Menschen schuldig gesprochen.
- Ermittler bargen mehr als 400 Leichen – viele Opfer waren verhungert.
- Der Sektenprediger versprach seinen Anhängern, durch tödliches Fasten zu Jesus zu gelangen.
Ein kenianisches Gericht hat den selbst ernannten Prediger Paul Mackenzie zu 200 Jahren Haft verurteilt. Der Anführer einer christlichen Hungersekte hatte seinen Anhängern eingeredet, sie könnten durch Fasten bis zum Tod zu Jesus gelangen.
Das Obergericht in der Küstenstadt Mombasa hatte Mackenzie und 28 Mitangeklagte bereits im Oktober schuldig gesprochen. Es ging um den Mord an 190 Kindern und Jugendlichen sowie einem Erwachsenen.
Mehr als 400 Leichen in Massengräbern
Aufgedeckt wurde der Fall im April 2023. Damals entdeckten Ermittler zahlreiche Massengräber in einem abgelegenen Waldgebiet an Kenias Küste.
Insgesamt bargen sie mehr als 400 Leichen. Viele Opfer waren verhungert. Andere Körper wiesen Spuren schwerer Gewalt auf.
Zuerst sollten die Kinder verhungern
Mackenzie, ein ehemaliger Taxifahrer, hatte seinen Anhängern das unmittelbar bevorstehende Ende der Welt angekündigt. Durch tödliches Fasten sollten sie angeblich zu Jesus gelangen.
Nach Zeugenaussagen sollten zuerst die Kinder verhungern, danach die Frauen und zuletzt die Männer. Wer nach Essen suchte, wurde geschlagen.
Die Angeklagten bestritten, Menschen zum Fasten gezwungen zu haben. Das Gericht wies diese Darstellung zurück.



















