Neuseeland wählt: Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden «Chrises»
Es ist das Duell der beiden «Chrises»: In Neuseeland sind seit dem Morgen (Ortszeit) rund 3,8 Millionen Menschen aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Regierungschef Christopher Luxon (56) von der konservativen National Party tritt gegen seinen Vorgänger Chris Hipkins (48) von der sozialdemokratischen Labour-Partei an. Die letzten Umfragen sehen beide nahezu gleichauf – es zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab.

Luxons Nationalpartei führt seit 2023 eine Koalition mit der rechtsliberalen ACT-Partei und der populistischen New Zealand First. Das Bündnis könnte seine Mehrheit aber verlieren. Für eine Regierungsmehrheit sind im Parlament mit 120 Sitzen mindestens 61 Mandate erforderlich.
Beobachtern zufolge könnte eine Regierungsbildung sowohl für die National Party als auch für Labour sehr schwierig werden: Beide Parteien erleben gerade einen drastischen Popularitätsverlust und könnten unter die 30-Prozent-Marke stürzen. Eine Schlüsselrolle dürfte damit den kleineren politischen Kräften zukommen, die massiv im Aufwind sind.
Im Wahlkampf dominierten die wirtschaftlichen Sorgen der Bevölkerung. Hohe Lebenshaltungskosten, Inflation und steigende Benzinpreise setzen die Regierung unter Druck. Nach Angaben der Statistikbehörde Stats NZ lag die jährliche Inflationsrate im dritten Quartal 2026 bei 3,7 Prozent. Benzin verteuerte sich binnen eines Jahres um 19,1 Prozent. Als Hauptgrund gelten die Folgen des Konflikts im Nahen Osten.
Luxon wirbt mit steuerlichen Entlastungen und Ausgabendisziplin. Labour-Chef Hipkins verspricht dagegen Entlastungen für Haushalte sowie Investitionen in Gesundheit und Wohnraum.
Auch die frühere Premierministerin Jacinda Ardern (46) meldete sich im Wahlkampf zu Wort. Die inzwischen in Australien lebende Politikerin warb in einer Videobotschaft um Spenden für Labour und unterstützte ihren früheren Kabinettskollegen Hipkins. Ardern hatte Neuseeland von 2017 bis 2023 regiert und war Anfang 2023 überraschend zurückgetreten. Anschliessend hatte Hipkins bis zur Wahl im November 2023 die Regierungsgeschäfte übernommen.
Die Wahllokale schliessen um 19.00 Uhr (07.00 Uhr MEZ). Erste Ergebnisse werden anschliessend erwartet. Sollte der Ausgang so knapp sein wie erwartet, könnte die endgültige Sitzverteilung allerdings erst nach Auszählung der Brief- und Auslandsstimmen vorliegen. Das Endergebnis soll am 27. November verkündet werden.










