Nach Hinrichtungs-Panne: Christa Pike liegt bewusstlos am Beatmungsgerät
Nach der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike gibt es neue Angaben zu ihrem Zustand. Die 50-Jährige ist weiterhin bewusstlos und wird künstlich beatmet.

Das Wichtigste in Kürze
- Christa Pike überlebte am Mittwoch ihre Hinrichtung mit der Giftspritze.
- Laut ihren Anwälten ist die 50-Jährige weiterhin bewusstlos und wird künstlich beatmet.
- Die Verteidigung vermutet schwere Fehler beim Legen der Infusionszugänge.
- Nun sollen Beweismittel rund um die missglückte Hinrichtung gesichert werden.
Das Drama um die gescheiterte Hinrichtung von Christa Pike nimmt kein Ende. Mehr als einen Tag nach dem missglückten Versuch gibt es neue Angaben zum Gesundheitszustand der 50-Jährigen.
Pike sei weiterhin «schwer krank», bewusstlos und an ein Beatmungsgerät angeschlossen, teilten ihre Anwälte am Freitag mit. Im Spital werde sie wegen der schweren Folgen des während der Hinrichtung verabreichten Pentobarbitals behandelt.
Auch beide Arme seien erheblich verletzt worden.
Anwälte vermuten Fehler bei Infusion
Gleichzeitig werden neue Details darüber bekannt, was bei der Hinrichtung am Mittwochabend im US-Bundesstaat Tennessee schiefgelaufen sein könnte.
Pikes Anwälte haben am Freitag bei einem Gericht beantragt, Beweismittel im Zusammenhang mit dem gescheiterten Hinrichtungsversuch zu sichern.

Sie vermuten, dass die intravenösen Zugänge nicht richtig gelegt worden waren. Dadurch könnte das Pentobarbital ganz oder teilweise ins Gewebe statt direkt in die Blutbahn gelangt sein.
Trotz der Probleme sei anschliessend eine zweite, als Reserve vorgesehene Dosis des tödlichen Medikaments verabreicht worden.
Eine offizielle Erklärung für das Scheitern der Hinrichtung liegt bislang nicht vor.
Pike atmete nach zwei Dosen weiter
Bereits während des Hinrichtungsversuchs hatten sich ungewöhnliche Szenen abgespielt. Das Gefängnispersonal hatte grosse Schwierigkeiten, intravenöse Zugänge zu legen.
Laut Pikes Verteidigung wurden dafür mindestens sieben Nadeln verwendet. Eine davon soll beim Herausziehen sogar verbogen gewesen sein.
Anschliessend erhielt Pike zwei Dosen Pentobarbital. Doch auch mehr als eine Stunde später atmete sie noch. Zeugen berichteten, sie hätten die 50-Jährige weiterhin laut atmen und schnarchen gehört.
Schliesslich wurde die Hinrichtung abgebrochen und Pike in ein Spital gebracht.
Tennessee stoppt weitere Hinrichtungen
Pike war wegen des Mordes an der damals 19-jährigen Colleen Slemmer im Jahr 1995 zum Tode verurteilt worden. Sie ist die einzige Frau im Todestrakt des US-Bundesstaates Tennessee.
Nach der gescheiterten Hinrichtung ordnete Gouverneur Bill Lee eine unabhängige Untersuchung an. Die noch für dieses Jahr geplanten Hinrichtungen wurden vorerst gestoppt.
Wann und ob erneut versucht wird, Christa Pike hinzurichten, ist derzeit offen.











