Nike kämpft mit Milliarden-Sparprogramm gegen die Krise
Nike spart Milliarden, baut Stellen ab und kämpft gegen sinkende Umsätze und starke Konkurrenz.

Der weltgrösste Sportartikelhersteller will bis Mitte 2031 insgesamt 2,5 Milliarden Dollar einsparen. Wie «Finanzen.net» berichtet, gehören weitere Stellenstreichungen zum angekündigten Sanierungsprogramm, dessen genaue Auswirkungen auf die Belegschaft bislang unklar bleiben.
Im ersten Geschäftsquartal sank Nikes Umsatz gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verringerte sich der Gewinn um zwei Prozent auf 712 Millionen Dollar, obwohl der Konzern weiterhin weltweit führend bleibt.
Die Krise hat mehrere Ursachen, darunter strategische Fehlentscheidungen, verärgerte Handelspartner und wachsenden Konkurrenzdruck. Besonders der frühere Rückzug aus dem traditionellen Einzelhandel erschwerte es Nike, seine Marktposition gegenüber aufstrebenden Sportmarken zu behaupten.
Nike leidet unter strategischen Fehlern und wachsender Konkurrenz
Nike setzte lange auf den Direktverkauf über eigene Kanäle und vernachlässigte dadurch wichtige Handelspartner. Diese räumten Marken wie On und Hoka mehr Platz in ihren Geschäften ein, wodurch Nike wertvolle Verkaufsflächen verlor.
Laut «SRF» investierte der Konzern zudem stark in den Onlinehandel, während neue Verkaufsschlager zunehmend ausblieben. Besonders in China geriet Nike durch starke einheimische Anbieter unter Druck, die mit mehreren Marken unterschiedliche Kundengruppen ansprechen.
Auch Inflation und US-Einfuhrzölle belasten das Geschäft, während viele Menschen ihre Ausgaben angesichts steigender Lebenshaltungskosten einschränken. Konzernchef Elliott Hill will deshalb den Sport stärker ins Zentrum rücken und gleichzeitig die Beziehungen zum Einzelhandel verbessern.
Sparprogramm soll Nike langfristig wieder stärken
Das Programm «Pace» soll das Geschäftsmodell modernisieren und wichtige Sparten wie Nike Sportswear und Jordan langfristig stärken. Laut «WirtschaftsWoche» plant der Konzern dafür unter anderem eine modernisierte Lieferkette und eine schlankere Organisation.
Wie viele Stellen wegfallen, ist bislang offen; ein Teil der Einsparungen dürfte jedoch die Belegschaft betreffen. Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet Nike einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich, der die Sanierungsbemühungen zusätzlich erschwert.

An der Börse reagierten Anleger auf die schwachen Zahlen und den vorsichtigen Ausblick mit deutlichen Kursverlusten. Die Erholung könnte länger dauern, während Adidas und Puma versuchen, dem angeschlagenen Branchenführer weitere Marktanteile abzunehmen.















