Studie

    Coronavirus: Maskenpflicht verhindert Tausende Tote

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Bern,

    Länder die früh eine Maskenpflicht einführten, beklagten weitaus weniger Tote mit dem Coronavirus. Die Schweiz kommt in einer Studie schlecht weg.

    Coronavirus
    Die Einführung der Maskenpflicht hatte einen grossen Effekt auf die Pandemie. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine frühe Einführung der Maskenpflicht führte zu weniger Corona-Toten.
    • Die Schweiz empfahl die Maske sehr spät und beklagt viele Opfer.
    • Gemäss einer Studie haben vor allem asiatische Länder schnell auf die Pandemie reagiert.

    Lange war sie in der Schweiz nicht Pflicht, ja nicht mal empfohlen. Doch mittlerweile tragen wir sie fast überall: Die Maske. Ein Symbol der Pandemie – und, wie eine Studie nun zeigt, ein sehr effektives Mittel im Kampf gegen das Coronavirus. Forschungsteams aus den USA und Kanada kamen nämlich zum Schluss, dass eine frühe Maskenpflicht zu weniger Pandemie-Toten führte.

    Für die Studie wurden 200 Länder verglichen. Demnach reagierte 24 Regierungen schnell auf die ersten Infektionen mit dem Coronavirus: Sie empfahlen das Tragen der Maske binnen 20 Tagen. Dabei handelte es sich vor allem um asiatische Länder. Dort wird bekanntlich häufig auch ohne Pandemie eine Maske in der Öffentlichkeit getragen.

    Coronavirus
    Wegen des Coronavirus tragen Pendler Masken. - Keystone

    Der Effekt des schnellen Eingreifens zeigte sich im Mai 2020 deutlich: Die 24 Länder verzeichneten mit 1,5 Corona-Toten pro eine Million Einwohner nur wenige Opfer. Der weltweite Durchschnitt lag zu diesem Zeitpunkt bei 3,6 Corona-Toten pro Million.

    Die Schweiz zögerte mit der Maskenempfehlung sehr lange: Erst im Juni 2020, mehr als hundert Tage nach dem ersten Corona-Fall, sprach sich die Task-Force dafür aus. Die Folge: Im Mai lag die Corona-Sterblichkeit hierzulande gemäss der Studie bei 211,4 Toten pro Million Einwohner.

    Der Einfluss der Maske war auch im August 2020 noch klar sichtbar: Die 24 schnellen Länder beklagten damals «lediglich» 4,7 Corona-Tote pro Million. Bei 17 Staaten, die die Maske in den ersten 30 Tagen empfahlen, lag der Schnitt bei 26,6 Tote pro Million.

    Coronavirus: USA stehen schlecht da

    Als Extrem-Beispiel müssen die USA herhalten. 502 Corona-Tote pro einer Million Einwohner gab es dort bis August 2020. Der Grund: Die Maske wurde heftig diskutiert, der Widerstand gegen eine Pflicht oder Empfehlung war enorm. Und bekanntlich war auch Donald Trump nicht gerade ein Fan des Mund- und Nasenschutzes.

    Das Forscherteam berücksichtigte auch andere mögliche Einflussfaktoren auf die Sterberate in seiner Untersuchung. Dadurch konnte es ausschliessen, dass beispielsweise das Durchschnittsalter, die Urbanität oder das Klima die Resultate verfälschten.

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