Rallye-WM: So schlimm war der Unfall von Weltmeister Ogier wirklich
Sébastien Ogier verunfallte bei der Finnland-Rallye am Wochenende in Führung liegend schwer. Wie dramatisch der Einschlag wirklich war, berichtet sein Co-Pilot.

Das Wichtigste in Kürze
- Sebastien Ogier verunfallte bei der Rallye Finnland schwer und musste ins Spital.
- Sein Beifahrer Julien Ingrassia – selbst nur als Ersatz im Auto – schildert den Hergang.
- Der Franzose verrät, wie dramatisch der Unfall tatsächlich abgelaufen ist.
Erstmals seit fünf Jahren sass Julien Ingrassia bei der Rallye Finnland am Wochenende wieder neben Sebastien Ogier. Der einstige Erfolgs-Beifahrer des neunfachen Rallye-Weltmeisters sprang beim 1000-Seen-Klassiker für Stamm-Co-Pilot Vincent Landais ein.
Und lange sah es aus, als würden Ogier/Ingrassia ihre einstigen Erfolge bei der «Reunion» wiederholen. Nach 16 Wertungsprüfungen lag das Duo in Finnland souverän in Führung. Doch dann rauschte der Toyota Yaris Rally1 mit voller Wucht in einen Baum.
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Nach dem Hochgeschwindigkeits-Abflug herrschte zunächst grosse Sorge: Zwar konnten Fahrer und Beifahrer das Auto selbst verlassen, Sébastien Ogier musste aber per Helikopter ins Spital gebracht werden. Auch Ingrassia wurde mit dem Krankenwagen abtransportiert.
«Seb legte sich ins Gras und wurde bewusstlos»
Später gab es dann Entwarnung: Die beiden Franzosen hatten sich nicht verletzt, mussten über Nacht aber zur Beobachtung im Spital bleiben. Und gegenüber «L'Equipe» schildert Ingrassia nun, wie dramatisch der Unfall wirklich war.

«Ich sah Seb aussteigen und stellte fest, dass ich nicht verletzt war. Also drückte ich den OK-Knopf, um der Rennleitung zu signalisieren, dass wir keine Notfallhilfe benötigen. Doch dann sah ich, wie sich Seb ins Gras legte und bewusstlos wurde», schildert Ingrassia.
Der routinierte Beifahrer reagierte sofort. «Ich habe den Notruf-Knopf gedrückt und bin zu Seb gelaufen. Er hat nicht geblinzelt – da war kein Ton und kein Bild», schildert er. Mithilfe von Zuschauern stabilisierte er den Kopf des neunfachen Weltmeisters und fächelte ihm Luft zu.

«Ich hatte noch nie mit so etwas zu tun, aber es war wichtig, ruhig zu bleiben», so Ingrassia. «Ich rief das Team an, um ihnen eine medizinische Einschätzung zu geben. Und ich schaltete das Auto aus, weil Brandgefahr bestand.»
Entwarnung am Abend – über Nacht im Spital
Nach und nach sei Ogier dann wieder zu Bewusstsein gekommen. «In diesem Moment trafen auch die Rettungskräfte ein», schildert sein Beifahrer. Nicht zuletzt, weil er über Nackenschmerzen klagte, wurde Ogier dann mit dem Helikopter evakuiert.
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Auslöser für den Unfall war, wie Toyota mittlerweile bestätigt hat, nicht wie ursprünglich vermutet ein technischer Defekt. «In der Kurve hatte sich eine Fahrrille gebildet, die das Auto nach links katapultiert hat», erklärt Ingrassia.












