Aktuelle Hitzewelle ohne Klimawandel «praktisch unmöglich»
Europa ächzt aktuell unter einer massiven Hitzewelle. Forschende erklären, ein solches Phänomen sei ohne Klimawandel «praktisch unmöglich».

Das Wichtigste in Kürze
- Ganz Europa schwitzt aktuell wegen einer massiven Hitzewelle.
- Nun erklären Forschende: Ohne Klimawandel wäre eine solche Hitze «praktisch unmöglich».
- Der Klimawandel sei der massgebliche Treiber hinter den rekordverdächtigen aktuellen Temperaturen.
Die aktuelle Hitzewelle in West- und Mitteleuropa wäre ohne den Effekt des Klimawandels nahezu ausgeschlossen. Das erklären mit dem Thema befasste Forschende.
Sowohl die aktuellen Tageshöchsttemperaturen als auch die Nachttemperaturen wären zu dieser Jahreszeit vor 50 Jahren «praktisch unmöglich». Das betonen die Wissenschaftler der Organisation World Weather Attribution.
Auch zu anderen Jahreszeiten wäre eine solche Hitzewelle unwahrscheinlich. Eine Hitzewelle im damaligen Klima wäre rund 3,5 Grad weniger heiss gewesen, heisst es.
Der Klimawandel sei der massgebliche Treiber hinter den rekordverdächtigen aktuellen Temperaturen.
Hitze in der Nacht seit 2003 100-mal wahrscheinlicher geworden
Die Klimaforscher um die deutsche Wissenschaftlerin Friederike Otto berechnen bei Extremwetterereignissen, welchen Anteil der Klimawandel daran hat.
Dafür nutzen sie etwa tatsächlich beobachtete Daten. Und vergleichen mit historischen Daten sowie Modellierungen, wie sich bestimmte Szenarien ohne den Effekt der Erderwärmung entwickelt hätten.
Das Team berechnete beispielsweise, dass die hohen Nachttemperaturen im heutigen Klima rund 100-mal wahrscheinlicher geworden sind, als sie 2003 waren. Brisant: In diesem Jahr erlebte Europa ebenfalls eine heftige Hitzewelle.
Die derzeit gemessenen Tageshöchsttemperaturen sind demnach in dieser Zeit rund zehnmal wahrscheinlicher geworden.
«Wir klingen wie eine kaputte Schallplatte»
Die Forscher schlossen zudem aus, dass das erwartete natürliche Klimaphänomen El Niño eine Rolle für die aktuelle Hitzewelle spielt. Es hat eher weniger Auswirkungen auf das Klima in Europa.
«Wissenschaftler wie ich klingen langsam wie eine kaputte Schallplatte», betont Friederike Otto laut Mitteilung.
«Ja, das ist der Klimawandel, ja, wir sind dafür verantwortlich. Nein, es liegt nicht an El Niño. Ja, wir haben die Lösungen, nein, wir setzen sie nicht schnell genug um», so die Wissenschaftlerin.



















